Martin Robinius ist Abteilungsleiter Verfahrens- und Systemanalyse bei der Forschungszentrum Jülich GmbH. Klaus Stolzenburg ist Geschäftsführer der Planet Planungsgruppe Energie und Technik GbR. Beide sprechen über das Thema Wasserstoff.
Frage: Herr Robinius, Herr Stolzenburg, wie steht Deutschland beim Thema Wasserstoff im internationalen Vergleich da?
Robinius: Die USA sind weit vorn, Japan ebenfalls. Wir müssen aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Auch China drängt immer stärker auf den Markt. Ein Beispiel ist die Hydrogen Energy Conference in Rio de Janeiro. Dort waren viele Chinesen, während sie diese Konferenzen in den vergangenen Jahren eher spärlich besucht haben. Wenn China Gas gibt, wird es irgendwann eng. In Europa sehe ich uns noch als Vorreiter, aber das kann sich schnell ändern.
Stolzenburg: Es wird Zeit, dass deutsche Autohersteller entsprechende Fahrzeuge auf die Straßen bringen. Städte wie Köln und Wuppertal kaufen sich Wasserstoffbusse zurzeit in Belgien, da deutsche Hersteller noch nichts anbieten.
Frage: Wie sieht die kurzfristige Entwicklung aus?
Stolzenburg: Es gibt bereits Binnenschiff-Pilotprojekte. Häfen sind küsten- und damit windnah. Das Potenzial für die Wasserstoffversorgung ist also da. Gibt es hier einen Vorreiter, ziehen auch andere nach.
Robinius: Die Stromversorgung vor allem in Großstädten kann, wenn ein Großteil mit Elek­troautos fährt, nur mithilfe von Wasserstoff gewährleistet sein. Denn so viel Strom, wie für die Versorgung aller batteriebetriebenen Fahrzeuge notwendig wäre, kann nicht eingespeist werden.
Sabrina Wendt
Redakteurin
Wirtschaftsredaktion

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