Frage: Sie haben schon Drehbücher für die „Tatort“-Reihe geschrieben. „Ostfriesenkiller“ war Ihr erstes Buch in der seit Jahren erfolgreichen Reihe der Ostfriesenkrimis und wird gerade für das ZDF verfilmt. Was ist jetzt anders?

Wolf: Es sind gut 60 Spielfilme und Serien, die ich fürs Fernsehen geschrieben habe. Vermutlich bin ich für mindestens 150 Stunden im Fernsehen verantwortlich. Mit dem Schreiben von Drehbüchern habe ich aufgehört, als ich mit den Ostfriesenkrimis angefangen habe. Ich wollte mich ganz darauf konzentrieren und Lesereisen machen. Die liebe ich, dafür bin ich gern 250 Tage im Jahr unterwegs.

Frage: Sie sind bei den Dreharbeiten in Norden und Umgebung dabei. Hat das einen Grund?

Wolf: Ich habe darauf bestanden, dass alles vor Ort und nicht in einem Studio gedreht wird. Das ist authentischer, und die Authentizität ist mir auch in meinen Ostfriesenkrimis wichtig. Im Übrigen trete ich in einer kleinen Szene selbst auf und spiele einen Eisverkäufer. Aber eigentlich begleite ich die Dreharbeiten beratend.

Frage: Wie muss ich mir das vorstellen?

Wolf: Nach einem Drehtag haben wir am Abend zum Beispiel noch lange diskutiert, wie grün ein froschgrüner Twingo ist, den die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen ja in meinen Büchern fährt. Millionen Leser haben meine Bücher gelesen und dabei ihre Vorstellungen von einem froschgrünen Twingo entwickelt. Sie glauben gar nicht, wie viele verschiedene Grüntöne es gibt.

Frage: Ann Kathrin ist eine eigenwillige Kommissarin. Im Film wird sie von Christiane Paul gespielt. Sind Sie mit der Besetzung einverstanden?

Wolf: Christiane Paul ist die erste Wahl. Sie setzt sich sehr mit der Rolle auseinander. Ann Kathrin wirkt einerseits sehr zerbrechlich, andererseits ist sie aber auch so unerschrocken, dass sie einen Killer an die Wand nageln kann. Christiane Paul hat sogar das Polizeikommissariat in Norden besucht, um zu sehen, wie sich die Kollegen dort bewegen und wie ihre Arbeit abläuft. Das ist absolut professionell.

Frage: Wer spielt noch mit?

Wolf: Christian Erdmann spielt Ann Kathrins Kollegen und Lebenspartner Frank Weller, und Peter Heinrich Brix spielt den Ex-Kripochef Ubbo Heide. Das, finde ich, passt wie die Faust aufs Auge. Brix mag die Rolle auch sehr.

Frage: Die Dreharbeiten werden bis etwa Mitte Oktober dauern. Wissen Sie, wann der Film im Fernsehen zu sehen ist, und werden Sie ihn sich ansehen?

Wolf: Der Film wird vermutlich im Frühjahr 2017 im ZDF gezeigt. Wahrscheinlich wird es zuvor ein Preview geben für die etwa 300 Statisten, die mitgewirkt haben, und für die Anwohner der Straßen, in denen gefilmt worden ist. Und natürlich werde ich mir den Film auch im Fernsehen angucken. Obwohl die spannende Arbeit ja im Schneideraum stattfindet, da entsteht der Rhythmus des Films.

Frage: Zurzeit sind Sie auf Wangerooge. Machen Sie Urlaub oder arbeiten Sie an einem Buch?

Wolf: Es geht mir blendend. Ich schaue aufs Meer und morde so vor mich hin. Aber mal im Ernst. Am 16. Februar erscheint mein elfter Ostfriesenkrimi. Er wird „Ostfriesentod“ heißen. Alle Ostfriesenkrimis enden bekanntlich mit einer Leseprobe des nächsten Bandes. Daran arbeite ich gerade. Der zwölfte Band wird „Ostfriesenfluch“ heißen.

Frage: Werden noch weitere Ostfriesenkrimis aus Ihrer Feder verfilmt?

Wolf: Für meinen Krimi „Ostfriesenblut“ ist das Drehbuch in Arbeit. Das ZDF würde im nächsten Jahr auch noch gern einen dritten verfilmen, aber dafür müssen erst mal die Termine mit den Schauspielern koordiniert werden.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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