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Zwischenfall bei Meppen
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Frage: Bayern schreibt Asylbewerbern den Wohnsitz für drei Jahre vor. Ein sinnvoller Schritt?

Landsberg: Absolut! Alle Länder sollten jetzt dem Beispiel Bayerns folgen und die im Integrationsgesetz des Bundes vorgesehene Wohnsitzauflage schnell umsetzen. Wohnsitzauflagen sind eine Voraussetzung für gelingende Integration.

Frage: Kritiker fürchten, dass hier jede Menge Härtefälle entstehen...

Landsberg: Natürlich kann die Wohnsitz-Pflicht im Einzelfall auch eine Belastung für die Betroffenen sein. Es gilt aber, dass Flüchtlinge, die etwa erste Integrationserfolge vorweisen können, nicht der Wohnsitzregelung unterliegen. Die Zuweisung des Wohnsitzes verhindert die Entstehung von Parallelgesellschaften und ist daher ein unverzichtbares Steuerungselement.

Frage: Wie kann die Integration besser gelingen?

Landsberg: Das Schlüsselelement für gelingende Integration ist neben dem Spracherwerb, der Kindererziehung und der Schule natürlich ein Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot. Das Arbeitsmarktpotenzial am Zuweisungsort muss deshalb schwerpunktmäßig berücksichtigt werden. Gerade weil niemand weiß, wie sich die Flüchtlingszahlen vor dem Hintergrund weltweit anhaltender Konflikte in den nächsten Jahren entwickeln werden, ist die Wohnsitzauflage als Instrument gerechter und gleichmäßiger Verteilung nicht nur zwischen den Ländern, sondern auch innerhalb der Länder ein unverzichtbarer Baustein. Das Jahr 2015 hat uns gezeigt, wie schnell sich Situationen dramatisch entwickeln können. Für solche Lagen müssen die Gesetzgeber die notwendigen Voraussetzungen schaffen.

Frage: Vor einem Jahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel versichert, Deutschland werde die Herausforderungen der Flüchtlingskrise meistern. Wie weit sind wir bisher gekommen?

Landsberg: Ohne die Kommunen und insbesondere ohne den großen Einsatz ehrenamtlicher Helfer und Organisationen wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Die eigentliche Herkulesaufgabe liegt aber noch vor uns. Es geht um die Integration der anerkannten Flüchtlinge, die in unserem Land bleiben werden. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von Bund, Ländern, Kommunen, Gesellschaft, Wirtschaft, Kirchen und Wohlfahrtseinrichtungen.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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