DELMENHORST Delmenhorster Schüler rauchen und trinken später, liegen aber dennoch „nur“ im Bundesschnitt: Das sind die Ergebnisse einer bundesweiten Vollbefragung in den achten und zehnten Klassen aller weiterführenden Delmenhorster Schulen. Das Aktionsbündnis „Riskanter Konsum“ hatte 2008 die erste Befragung veranlasst. Nun wurden die Ergebnisse der neuen Studie, die im Februar durchgeführt wurde, veröffentlicht.

Und die Arbeit der letzten Jahre hat sich gelohnt, wie Prof. Dr. Knut Thieling von der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven mitteilte. Thieling leitet die wissenschaftliche Betreuung der Studie. Erstmals wurde eine Online-Befragung bei 1937 Schülern durchgeführt.

Das Einstiegsalter von Jugendlichen bei Alkohol ist gesunken. „2008 hatten 65 Prozent der 13-Jährigen schon Kontakt mit Alkohol, jetzt sind es nur noch 31 Prozent“, berichtete Thieling. 2008 hatten 30 Prozent der 14-Jährigen schon einmal einen Rausch, jetzt sind es nur noch 13 Prozent. Damit liegt Delmenhorst im Bundesdurchschnitt. „Es ist ein anderes Bewusstsein da“, folgerte Thieling. Dazu gehöre auch, dass es inzwischen viel schwieriger für Jugendliche sei, in der Öffentlichkeit an Alkohol zu gelangen. 2008 bekamen so zum Beispiel noch 34,8 Prozent der unter 16-Jährigen Alkohol in Supermärkten, jetzt sind es nur noch 8,6 Prozent.

Auch der Tabakkonsum ist gesunken. 2008 hatten 31,3 Prozent der 13-Jährigen schon Kontakt mit Zigaretten, jetzt sind es nur noch 14,5 Prozent. „Dennoch sind die Zahlen im Bundesvergleich relativ hoch, hier muss weiter gearbeitet werden“, so Thieling. 13,4 Prozent der Delmenhorster Schüler rauchen täglich.

Auch der Cannabis-Konsum wurde erfragt. 10 Prozent der 12- bis 17-Jährigen hatten schon einmal Kontakt mit einem Joint oder ähnlichem. Ein wichtiger Bereich der Zukunft war zum ersten Mal Thema: Mediennutzung. 10 Prozent der Schüler sind von einer Mediensucht gefährdet. Das bedeutet bezogen auf den PC, dass sie mehr als fünf Stunden täglich vor der „Mattscheibe“ hängen.

„Insgesamt ein positiver Trend“, fasste Thieling die Ergebnisse der Vergleichsstudie zusammen. Gleichzeitig kein Grund zum Stillstand, waren sich die Beteiligten des Aktionsbündnisses einig. „Weiter hart arbeiten“, lautet das Motto. Besonders froh waren die Akteure, dass der Handel erkannt habe, wie wichtig es ist, Minderjährige nicht einfach mit Alkohol zu versorgen.

Evelyn Popp, Leiterin der Drogenberatungsstelle, bedankte sich bei den Förderern. Raiffeisen-Volksbank und Stadtwerke (jeweils 1500 Euro), Stadt (1000 Euro) und Förderverein des Kriminalpräventiven Rates (500 Euro) hatten die Studie finanziell unterstützt.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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