Wüsting Der in Wüsting geplante Bau eines „multifunktionalen“ Parkplatzes steckt in der Sackgasse: Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt vertagte am Mittwoch ein Votum über den von Hans-Rudolf Werner (Planungsbüro Ingwa) präsentierten Vorentwurf.

Das Areal soll die vorhandene Park- & Ride-Anlage auf der Südseite des Wüstinger Bahnhofs erweitern. Es soll durch eine neue Stichstraße, die gegenüber von der im Bau befindlichen Seniorenwohnanlage von der Straße „Beim Wall“ abzweigt, an das Neubaugebiet angebunden werden. Werner stellte den Ausschussmitgliedern zwei Varianten vor – die eine beinhaltet 97 Parkplätze, die andere 102. In beiden Versionen sind auch drei Busstellplätze in senkrechter Aufstellung vorgesehen. Ebenfalls identisch sind 50 Parkplätze auf der östlichen Seite der Stichstraße, von denen 25 für die Seniorenwohnanlage vorbehalten sein sollen. Neben der Gesamtzahl der Parkplätze liegt der wesentliche Unterschied beider Planungen in einem Baumtor, das in Variante Nummer 2 den Eingang der Stichstraße säumt. Die Kosten für diese Variante bezifferte Werner auf 365 000 Euro, für Variante Nummer 1 schlagen 325 000 Euro zu Buche. Davon abzogen werden muss der finanzielle Anteil der Seniorenwohnanlage, den Werner mit 60 000 Euro ansetzt.

Zweifel des Planers, ob so viele Parkplätze überhaupt jemals benötigt werden, griff auch der Ausschuss auf: „Es gibt einen Mehrbedarf, aber nicht in dieser Größenordnung“, fand Grünen-Fraktionschefin Birte Wachtendorf. Hermann Dunkler-Gronwald (SPD) beklagte die Diskrepanz zwischen Kosten und Nutzen. Sein Fraktionskollege Ralf Schepker sah sich darin bestätigt, dass die SPD dagegen war, überhaupt eine Planung anzuschieben.

Die geht auf das Konto von CDU und FDP: Christdemokrat Gerit Menkens plädierte für einen schrittweisen Ausbau. Man müsse dabei in die Zukunft schauen, so Menkens. Dass auch schon gegenwärtig Bedarf besteht, betonte Wilfried Siems: „Vorige Woche musste ein Zirkus seine Zelte hinter dem Feuerwehrhaus aufschlagen, das kann’s nicht sein.“ Vom Grundsatz her begrüßte auch Dieter Dalle (FDP) den Planungsentwurf.

Bedenken von Verwaltung und Planer, die Weser-Ems-Bus GmbH stehe einer Verlagerung des Busstellplatzes von Wüsting-Nord nach Süd wegen der damit einhergehenden Zunahme der Zahl der Bahnquerungen (von 19 auf 46) kritisch gegenüber, konterten Menkens und Dalle mit dem Hinweis auf die Verkehrssituation vor der Raiffeisen-Warengenossenschaft: „Dort ist das Risikopotenzial groß“, warnte Dalle. Da müsse dringend etwas passieren.

Allzu lange kann sich die Politik nicht Zeit lassen: Der Betreiber der Seniorenwohnanlage benötigt Klarheit in der Parkplatz-Frage, und ein Gewerbebetrieb, der die rund 2500 Quadratmeter große Fläche an der Ecke Hauptstraße/Beim Wall kaufen will, steht Gewehr bei Fuß.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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