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Dresden Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es gemessen an der Bevölkerungszahl mehr fremdenfeindliche und rechtsextreme Gewalttaten als in Sachsen. Die Bemühungen aus Politik und Gesellschaft, sich dem entgegenzustellen, wirken mitunter hilflos.

Wie wirkt der Fremdenhass auf die Wirtschaft?

Er beeinträchtige den Wirtschaftsstandort Sachsen, sagen Experten. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sieht in der Fremdenfeindlichkeit die „größte Zukunftsbarriere“. Schon jetzt habe sie einen „nachhaltigen Schaden“ angerichtet. Der Verein „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ will deswegen aktiv werden. Zwar ließen sich die Auswirkungen nur schwer mit Zahlen belegen, sagt Vereinssprecher Andreas von Bismarck. „Aber wir kennen konkrete Beispiele, was ausbleibende Ansiedlungen und unbesetzte Arbeitsplätze betrifft.“

Wird die Anwerbung von Fachkräften erschwert?

„Man hört immer wieder, dass Unternehmer klagen, ausländische Bewerber sprängen immer wieder ab, weil sie Angst hätten“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Leiter der Dresdner Niederlassung des Ifo-Instituts. Laut von Bismarck spielen gerade im Osten, wo es Nachholbedarf bei harten Faktoren wie dem Gehalt gebe, weiche Faktoren wie das Lebensumfeld eine große Rolle. Derzeit gebe es in Sachsen rund 70 000 offene Stellen. „Da muss man sich schon fragen, warum.“

Bleiben auch die
Touristen weg
?

Geht es um den Tourismus, ist vom „Pegida-Effekt“ die Rede – vor allem in Dresden. Die Auswirkungen des Negativ-Images sind kaum konkret zu messen, aber fest steht: 2015 ging die Zahl der Übernachtungen in Dresden um drei Prozent auf 4,3 Millionen zurück. Im ersten Halbjahr 2016 sanken die Übernachtungszahlen um 0,2 Prozent. Auch in Sachsen insgesamt bleibt der Tourismus hinter den Erwartungen zurück.

Was tun Wissenschaft und Forschung?

Die Technische Universität Dresden hatte Anfang Mai angekündigt, eine Anlaufstelle für Opfer von Fremdenhass einzurichten. Anlass war eine Veranstaltung, zu der Rektor Hans Müller-Steinhagen kurz zuvor in den Landtag eingeladen hatte. Dabei berichteten mehrere ausländische Studenten über ihre krassen Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Dresden.

Was tut die Politik, um den Standort zu sichern?

Die Antwort könne nur mehr Offenheit, mehr Demokratie und mehr politische Bildung sein, meint Dulig. „Unsere Antwort muss eine nach vorne gerichtete sein. Wir dürfen jetzt nicht nur in der Analyse hängenbleiben, denn so überraschend ist das jetzt ja nicht.“ Wichtig sei, „dass die Anständigen in Sachsen, die immer noch die Mehrheit sind, laut und deutlich sagen, wie sie sich das Zusammenleben in Sachsen vorstellen“.

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