KOBLENZ Seit 60 Jahren gibt es Bundesgartenschauen in Deutschland – immer war die „Buga“ ein wichtiges Ereignis für die jeweiligen Städte. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) schreibt, der Nutzen einer Buga sei nicht auf die Veranstaltung selbst beschränkt. Als „Investition in die Zukunft“ sei sie auch ein Stadtplanungsinstrument.

Größere Gartenschauen gab es schon im 19. Jahrhundert. Nach einer Vielzahl von Ausstellungen in der Weimarer Republik fokussierte sich in der NS-Zeit alles auf die Reichsgartenschauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die erste Bundesgartenschau am 28. April 1951 in Hannovers heutigem Stadtpark von Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet. Seine Ehefrau war damals Schirmherrin. Die Arbeiten hatten erst wenige Monate zuvor begonnen. Zum Vergleich: Der erste Spatenstich für die Buga in Koblenz wurde schon 2008 getan.

Die meisten Besucher wurden 1983 auf der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) in München gezählt. Die Veranstalter begrüßten damals in 165 Tagen elf Millionen Menschen im Westpark. An vielen Austragungsorten haben die Gartenschauen nachhaltig das Stadtbild beeinflusst. Der Westfalenpark in Dortmund, die Rheinauen Bonn oder „Planten un Blomen“ in Hamburg sind Beispiele dafür.

Kulturell hat wohl die Bundesgartenschau 1955 in Kassel am meisten bewirkt. Im Bei-Programm der Buga wurde damals erstmals eine documenta gezeigt. Die vom Kunstprofessor Arnold Bode initiierte Ausstellung sollte vor allem Werke zeigen, die im Nationalsozialismus als „entartete Kunst“ galten. Die documenta ist heute eine der weltweit wichtigsten Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

Ausbleibende Besucher und damit einhergehende finanzielle Verluste haben die Gartenschau-Organisatoren in den vergangenen Jahren vor Probleme gestellt. Die Ursachen waren neben schlechtem Wetter auch falsche Kalkulationen oder Konzepte. 1991 klaffte im Buga-Etat von Dortmund ein Loch von sieben Millionen Mark, nachdem statt fünf nur vier Millionen Besucher gekommen waren. In München wurden 2005 die kalkulierten 3,7 Millionen Gäste um 700 000 Menschen verpasst. Die Stadt musste daraufhin ihren Zuschuss fast verdreifachen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.