Im Nordwesten /Athen Die Reisebranche fürchtet kaum Nachteile für die Urlauber – und auch nicht für ihr Geschäft. Bislang gebe es keine vermehrten Stornierungen oder Umbuchungen, sagten Sprecher mehrerer Reiseveranstalter. Bislang lassen sich die Deutschen das Land als Urlaubsziel nicht verleiden. Laut Deutschem Reiseverband DRV reisten 2014 rund 2,5 Millionen Menschen von hier nach Griechenland in den Urlaub – so viele wie nie zuvor.

Auch im „Reiseland Oldenburg“ gibt es bislang keine Stornierungen, berichtet Reiseverkehrskauffrau Jana Saust. Allerdings laufen die Neubuchungen schleppend – das aber schon seit drei, vier Wochen. Sorgen macht Saust sich keine: Griechenland sei für viele eine Alternative zu Tunesien und immer noch unter den Top 4 (nach Spanien, Türkei, Portugal). Empfohlen wird den Kunden: „Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit.“

„Seitens unserer Reiseveranstalter hat es für Griechenland noch keine Warnmeldungen gegeben“, berichtet Frank Milch, Büroleiter des Tui-Reisecenters in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg). Die aktuelle Verschärfung der Griechenland-Krise sei so frisch, dass es von der Kundschaft noch keine Reaktionen gebe. Griechenland sei trotz der seit Monaten anhaltenden Diskussion nach wie vor als Urlaubsland gefragt. „Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass wir Deutsche in Griechenland gerngesehene Gäste sind“, sagt Milch.

Auch Carsten von Hammel, Inhaber des Cloppenburger Reisebüros „Geo-Reisen“, kann weder von Stornierungen noch von einem Nachfrageabfall bei Griechenland-Reisen berichten. „Dafür hat auch die Nachricht gesorgt, dass Ausländer und Touristen weiterhin Geld an griechischen Automaten ziehen können“, erklärt er.

Beim Alltours Reisecenter in Vechta hat bislang ebenfalls noch niemand versucht, einen Griechenland-Urlaub zu stornieren. Die meisten Buchungen stammen aus dem Februar/März, berichtet Mitarbeiterin Alex Frilling. Besorgte Nachfragen liegen ihren Angaben zufolge aktuell ebenfalls nicht vor.

Mit Anrufen werden hingegen die Reisebüros in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) bombardiert. „Wir haben viele Anfragen von besorgten Sommerurlaubern, die bereits gebucht haben“, sagte Angelika Römer, Inhaberin des „Reisebüros am Markt“.

„Aktuell haben wir einen Kunden, der seinen Griechenland-Urlaub auf jeden Fall umbuchen möchte“, berichtet auch Sabrina Bartels, Mitarbeiterin im Reisebüro Wessel in Hude (Landkreis Oldenburg). „Wir raten unseren Kunden momentan davon ab, nach Griechenland zu fahren, und bieten ihnen Alternativen an.“ Allerdings würden auch diese Alternativen immer weniger: Beliebte Ziele wie Tunesien, aber auch die Türkei und andere südliche Länder seien aufgrund der politischen Lage nicht mehr so attraktiv wie früher.

Für den Griechenland-Tourismus gibt es nach Einschätzung in der Branche hingegen Hoffnung: Ein Austritt des Landes aus dem Euro könnte den Reiseverkehr sogar beleben, heißt es. „Die Einführung einer neuen Drachme könnte dafür sorgen, dass die Nebenkosten für die Urlauber sinken würden“, sagte ein Sprecher des Reiseveranstalters Thomas Cook.

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