Im Nordwesten In Deutschland hängen rund 750 000 Arbeitsplätze vom Handel mit Großbritannien ab. Auch viele Betriebe aus dem Nordwesten pflegen Handelsbeziehungen mit der Insel oder produzieren an Standorten in Großbritannien.

Faktoren wie Zölle oder abweichende Produktstandards lassen die Händler hierzulande zittern. Vor allem Zölle sind gefürchtet – statt des freien Warenaustausches wie bisher. Diese könnten sich ergeben, wenn die EU zur Abschreckung „mit harter Hand“ gegenüber Großbritannien reagiere, es als EU-Ausland betrachte – und die Briten dann im Gegenzug ebenfalls Zölle einführen. Das Oldenburger Biotechnik-Unternehmen Piccoplant rechnet mit reduziertem Export und längeren Wartezeiten an den Grenzen mit Blick auf Papiere und Zölle.

Während die einen von einer Zäsur in den Handelsbeziehungen sprechen, ist der Brexit für andere auch eine Art „Weckruf“, um konstruktiver zu werden. Mancher Unternehmer würde seine Geschäftsbeziehungen auf der Insel sogar „gern weiter ausbauen“ – wie zum Beispiel das Unternehmen Starofit aus Ganderkesee.

Große Angst vor finanziellen Einbußen und Arbeitsplatzverlust haben Niedersachsens Fischer. Sollte Großbritannien seinen Anspruch auf die halbe Nordsee vollständig durchsetzen, betreffe dies rund 50 Prozent der gesamtdeutschen Fangmenge und 30 Prozent der Gesamtumsätze, warnte der Deutsche Hochseefischerei-Verband bereits im vergangenen Jahr. Viele Fischer sind in Sorge, dass sie nach dem Brexit nicht mehr in der britischen Wirtschaftszone fischen dürfen.

Für die Fischer geht es dabei unter anderem um Hering, Makrele, Blauer Wittling, Plattfische und Kaisergranat. Der Anteil Niedersachsens an den bundesweiten Anlandungen lag im Jahr 2017 bei 31 125 Tonnen (32,9 Prozent) und 2016 bei 31 538 Tonnen (26,4 Prozent).

Als Folge des Brexits kalkuliert die deutsche Hochseefischerei mit einem Verlust von 100 Millionen Euro pro Jahr. Neben der Stilllegung von Teilen der Flotte und Entlassungen bei der Besatzung könnte es auch Probleme bei allen Firmen geben, die an der Hochseefischerei hängen, beispielsweise die Fischverarbeitung. Möglich ist der unwiederbringliche Verlust von 500 bis 700 Arbeitsplätzen.

Tonia Hysky Redakteurin / Newsdesk
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