Hornburg Weltweit gilt die erst 16-jährige schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg als Vorbild für die „Fridays for Future“-Bewegung. Doch auch in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die sich für den Umweltschutz, gegen die Verschmutzung der Meere und für einen bewussteren Umgang mit dem Klimawandel und mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Eine von ihnen ist die Bloggerin und Influencerin Louisa Dellert aus Hornburg im Landkreis Wolfenbüttel.

Doch wie so viele andere auch, hat sich die 29-Jährige, der auf Instagram rund 352 000 Menschen folgen und die auf der Plattform Youtube rund 23 800 Abonnenten hat, nicht immer so sehr für mehr Nachhaltigkeit und die Umwelt interessiert, wie es mittlerweile der Fall ist.

Müll auf Blogger-Bild

„Bei mir hat das mit dem Thema Nachhaltigkeit vor ungefähr zwei Jahren angefangen“, sagt Louisa Dellert gegenüber unserer Zeitung. Zu der Zeit war sie mit ihrem damaligen Freund im Urlaub auf Malta. „Da wollte ich dieses typische Blogger-Bild unter Wasser machen“, erinnert sie sich. „Wir waren an einer Bucht und überall um mich herum war Müll“, sagt sie. „Im ersten Moment hat es mich total genervt, dass dieser Müll auf dem Foto ist und habe überlegt, wie ich ihn weg bekomme, damit das Bild schön ist“, erzählt sie. „Irgendwann habe ich dann mal darüber nachgedacht, dass das total oberflächlich ist, wie ich gedacht habe.“

Mehr rund ums Thema Nachhaltigkeit gibt’s auch auf der Homepage der Bloggerin.

So hat Louisa Dellert angefangen, sich damit zu beschäftigen, wie der Müll überhaupt ins Meer gekommen sei, was sie eventuell dazu beigetragen habe und was man dagegen tun könne. „Das war der erste einschneidende Moment und auch der Grund dafür, dass ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetze.“

Klimaschutz fängt im Haushalt an

Und was bedeutet es, nachhaltiger zu leben? „Für mich bedeutet, nachhaltiger zu leben, dass ich mehr darauf achte, wie ich der Umwelt etwas Gutes tun kann.“ Klimaschutz fange im Haushalt an. „Es gibt verschiedene Dinge, die man tun oder optimieren kann, und auch bei mir ist es nicht zu hundert Prozent optimiert“, sagt die Bloggerin. Hundert Prozent habe meist auch mit viel Verzicht zu tun und damit, dass viel Zeit investiert werden müsse. „Die Zeit habe ich auch nicht, aber ich probiere, so gut es geht, meinen Alltag nachhaltig zu gestalten.“ So achte sie zum Beispiel darauf, dass sie nicht so viel Müll produziere, dass sie inzwischen immer Leitungswasser trinke anstatt Flaschen mit nach Hause zu nehmen, dass sie richtig heize oder den Kühlschrank nicht zu kalt einstelle.

In einem Spezial zeigen wir 37 Tipps, wie Sie Plastik effektiv vermeiden.

Mit ihrem Engagement will die Influencerin selbst viel dazulernen und Hintergründe verstehen – und andere Menschen aufklären. „Ich möchte ein Bewusstsein für das Thema schaffen und meine Reichweite sinnvoll nutzen.“ So organisiert sie gemeinsam mit ihrer Community beispielspielsweise immer wieder „Beach-Clean-Ups“, also Aufräumaktionen an Stränden.

„Politik muss mehr tun“

Und Louisa Dellert nimmt auch die Politik in die Verantwortung: „Meiner Meinung nach muss die Politik im Bereich Klimapolitik jetzt überhaupt erst einmal mehr tun“, sagt sie. Das Thema Umweltpolitik sei sehr lange ein Nischenthema gewesen, das zwar immer mal wieder auf dem Tisch gelegen habe, aber schnell zur Seite geräumt worden sei, weil wirtschaftliche Dinge viel wichtiger waren.

„Jetzt merkt die Politik, dass wir Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass uns die Zeit davon rennt, dass etwas getan werden muss und dass wir dieses Thema immer ernster nehmen und Angst um unseren Planeten haben.“ Die Politik könne jetzt nicht einfach nur noch in Berlin im Bundestag sitzen und nichts machen. „Die müssen jetzt darauf reagieren“, sagt Louisa Dellert. „Deswegen ist es auch so wichtig, dass es die ,Fridays for Future‘-Bewegung gibt.“ Sie selbst werde an diesem Freitag in Braunschweig auf die Straße gehen – und sich wie Greta Thunberg und Tausende andere für den Klimaschutz einsetzen.

Ellen Kranz Redakteurin / Regionalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.