HANNOVER Wie gewalttätig ist die Jugend?

Sie ist sehr gewalttätig, schrieb die Berliner Richterin Kirsten Heisig kurz vor ihrem Freitod in ihr Buch „Das Ende der Geduld“. In den Köpfen vieler Jugendlicher habe eine „schleichende Brutalisierung“ stattgefunden, berichtet sie, die Taten seien „von größerer Brutalität und Häufigkeit gekennzeichnet“.

Das stimmt nicht, behauptet hingegen Professor Dr. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. „Die nüchternen Zahlen zeigen, dass bundesweit die Jugendgewalt zurückgeht“, sagt der Forscher: „Die Dinge haben sich stabilisiert.“

Laut Pfeiffer gibt es dafür drei Gründe. Erstens gehe die innerfamiliäre Gewalt als Nährboden für neue Gewalt zurück, zweitens gelinge die Bildungsintegration von Migranten zunehmend besser, drittens sinke bei Jugendlichen die Akzeptanz von Gewalt.

Einig ist er sich mit Heisig darin, dass es noch immer mit einem Teil der Migranten große Probleme gebe, „da ist die Mehrfachtäterquote 2,5- bis 3-mal so hoch“. Wie Jugendrichterin Heisig empfiehlt er, möglichst früh an „familiär belastete Kinder“ heranzutreten, „am besten in Kindergarten und Grundschule“.

Pfeiffer lobt in dem Zusammenhang die Pläne der Landesregierung, Haupt- und Realschulen zu Oberschulen zusammenlegen. „Das ist Kriminalprävention – an den Hauptschulen gibt es ein massives Ansteckungsrisiko.“ Auch die Kontrollen mit jugendlichen Alkohol-Testkäufern des Innenministerium hält er für „völlig richtig“. Man sollte sogar noch weitergehen: „Die Kommunen müssten Saufverbote an öffentlichen Plätzen erlassen!“

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