Frage: Zeigt Oldenburg eine Vorliebe für Benjamin Britten?
Gebhard: Zu seiner Musik kann man wirklich Liebe entwickeln. Sie ist extrem aktuell. Man kann sich sehr gut auf sie einlassen. Ja, sie tut durchaus auch mal weh. Das ist insgesamt sehr ergreifend. Aber die Pläne machen wir nicht von Jahrestagen abhängig. Es muss ins Gesamtkonzept passen, das ist auch das Anliegen von Generalmusikdirektor Roger Epple. Da sucht er immer Bezüge.
Frage: Gab Wagners Tristan, aktuell im Spielplan, für „Albert Herring“ einen Anstoß?
Gebhard: Den „Albert“ hatten wir schon seit dem „Peter Grimes“ im Kopf. Aber das passt jetzt durchaus, wenn Britten in „Albert Herring” zu Brause und Schluckauf beim Dorffest den Tristan-Akkord zitiert.
Frage: Ganz unproblematisch sind Britten-Inszenierungen nicht. Rutscht man nicht leicht in diese ländlichen britischen Genreszenen?
Gebhard: Das kann in der Tat rasch großväterlich rüberkommen. Deshalb haben wir lange nach der Regie gesucht. Jetzt inszeniert Lydia Steier. Von der wissen wir aus unserem Haus, dass sie das Gefühl für diesen Witz hat, aber vor allem, dass er bei ihr böser und schärfer zwischen Spießertum und Ironie ausfällt. Sie wirft einen Blick hinter die schöne Fassade. Es wird ein nachdenkliches Stück über Außenseiter – als den Britten sich selbst auch gesehen hat.
Frage: Britten beschäftigt gern große Ensembles mit profilierten Einzelcharakteren und großen Volksszenen. Ist das ganze Ensemble gefordert?
Gebhard: Ja, das kann sich im besten Licht zeigen. Er war der mächtige Bühnenpraktiker. Und für Kammersängerin Marcia Parks gibt es in ihrer letzten Spielzeit eine große Rolle als Lady Billows. Das hat sie sich gewünscht.
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