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Bonn Verunsicherte Patienten, die in der Apotheke ihr Medikament nicht erhalten. Besorgte Ärzte, die von bestimmten Impfstoffen zu wenig zur Verfügung haben: Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Gesundheitsversorgung aus. Sie habe Lieferengpässe für einige – auch wichtige – Arzneimittel und Impfstoffe verschärft, beo­b­achten manche Experten. So sagte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, das Problem habe durch die Pandemie mit ihren Handelsbeschränkungen „ex­trem zugenommen“. Die Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen ist spezialisiert und globalisiert, aus Kostengründen wird immer mehr etwa in China oder Indien produziert.

Im Frühjahr sei man in Sorge gewesen, dass zentrale Substanzen wie Propofol für künstliche Beatmung oder das in der Intensivmedizin nötige Adrenalin knapp werden, schilderte Reinhardt jüngst im „Tagesspiegel“: Auch die Impfung gegen Pneumokokken, die eine Lungenentzündung verursachen können, sei vorübergehend kaum möglich gewesen. „Die Lieferengpässe bei Impfstoffen beunruhigen mich sehr.“ Die Nachfrage sei in der Pandemie stark gestiegen – das wird auch für Grippe-Impfungen erwartet.

Schwerwiegende Folgen

Vor allem zu Beginn des Lockdowns war ungewiss, wie sich Lieferengpässe entwickeln würden, berichtet der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Inzwischen habe sich die Versorgungslage in Apotheken und Kliniken entspannt. „Dennoch besteht weiterhin die Möglichkeit, dass es auch in Zukunft zu versorgungsrelevanten Lieferengpässen von Arzneimitteln kommen kann“, sagt BAH-Hauptgeschäftsführer Hubertus Cranz. „Wenn wir für einen wichtigen Wirkstoff nur einen Produzenten haben und der sitzt irgendwo, wo es zum Lockdown kommt, kann das schwerwiegende Folgen auch für die Versorgung hier in Deutschland haben“, erläutert Martin Schulz von der ABDA –Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen aktuell 317 Lieferengpassmeldungen vor (Stand 30. August). Sie betreffen 138 Wirkstoffe, 87 von ihnen seien versorgungsrelevant. Schulz zufolge werden immer weniger versorgungskritische Arzneimittel in der EU produziert. So spiele sich die Antibiotika-Herstellung seit einigen Jahren zu gut 90 Prozent in Ostasien ab.

In einem neuen Gremium sollen nun Arzneimittel und Substanzen bestimmt werden, bei denen Vorräte zwingend anzulegen oder die Mengen zu erhöhen sind, so Schulz, der in dem neuen Beirat vertreten ist. Das gelte vor allem für Mittel, für die es kaum Alternativen gebe und die in der Intensivmedizin gebraucht würden.

Größere Mengen

Bei den Grippe-Impfstoffen sollen nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts für die Saison 2020/21 größere Mengen bereitstehen als in den Vorjahren – und laut einer Prognose des Instituts wird das auch bei größerem Andrang ausreichen.

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