Berlin Bildungsgewerkschaften und der Bundeselternrat haben die Politik zu schnellen Hilfen beim Thema Frischluft in der Schule in Corona-Zeiten aufgefordert. „Die Schulen brauchen dringend Orientierung und Unterstützung, die kalte Jahreszeit beginnt jetzt. Die Lüftungsregelung 20-5-20 wird bei Regen und niedrigen Temperaturen eine riesige pädagogische Herausforderung“, erklärten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und der Bundeselternrat (BER) am Freitag in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte am Mittwochabend Wissenschaftler aus Virologie, Hygiene und Strömungsmechanik zu dem Thema angehört. Wie die KMK danach mitteilte, hätten sich die Experten dafür ausgesprochen, Klassenzimmer im 20-Minuten-Takt für 3 bis 5 Minuten stoßzulüften und während der Pausen zusätzlich die Türen für Durchzug zu öffnen.

Den Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte in Schulräumen halten die befragten Experten laut KMK grundsätzlich nicht für nötig, sofern sich dort die Fenster richtig öffnen lassen. Der Direktor im Umweltbundesamt, Heinz-Jörn Moriske, sicherte bei dem Gespräch die Erarbeitung einer Handreichung zum Lüften für alle Schulen im Bundesgebiet zu.

Dies werde begrüßt, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme von Bundeselternrat, GEW und VBE. Dennoch seien bei dem Experten-Treffen, an dem auch die drei Organisationen teilnahmen, „viele Fragen offen geblieben“. Die KMK müsse das Tempo beschleunigen und so schnell wie möglich einen klaren Zeitplan für die Umsetzung von Maßnahmen vorlegen. „Dabei dürfen Kosten für notwendige Umbauten oder Geräte kein K.o.-Kriterium sein.“ So müsse etwa schnell daran gearbeitet werden, dass bisher nicht zu öffnende Fenster in den Schulen entsprechend umgebaut werden, so die Lehrer- und Schülervertreter.

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