Berlin Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gerät ins Schwärmen. „Ein Meilenstein“ sei das, ein echter Systemwechsel und „alles andere als ein ,Weiter so‘“, erklärte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin. Sie feiert den von ihr ausgehandelten Kompromiss für eine EU-Agrarreform als Erfolg und verteidigt ihn gegen Kritik, verweist auf „eine stärkere Umwelt- und Klimaambition“.

Umweltministerin

Nicht nur Opposition und Umweltschutzverbände sind dagegen entsetzt. Kritik kommt auch von Klöckners Kabinettskollegin, Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Die dringend notwendige Ausrichtung der Agrarförderung an Umwelt-, Naturschutz- und Tierschutzstandards müsse nun auf nationaler Ebene stattfinden, sagte die SPD-Politikerin. Sie fordert, dass Deutschland und andere EU-Partner hier vorangehen.

Bauernverband

Der Deutsche Bauernverband dagegen sieht in den Beschlüssen einen tragbaren Kompromiss. „Der Weg zu einer grüneren Agrarpolitik geht weiter und bringt für die Landwirte neue Herausforderungen, denen wir uns stellen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace warf der Bundeslandwirtschaftsministerin und ihren Kollegen vor, sich für eine klassische Klientelpolitik für Großbetriebe zu Lasten bäuerlicher Familienbetriebe und der Umwelt entschieden zu haben.

BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland kritisierte, auch weiterhin werde der größte Teil der Agrar-Milliarden der EU „weitgehend wirkungslos mit der Gießkanne über Europas Äckern und Wiesen verteilt“.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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