Berlin /Düsseldorf Am Morgen danach strahlt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet immer noch, zeigt sein Siegerlächeln auch in Berlin. Mag seine CDU an Rhein und Ruhr bei der Kommunalwahl am Sonntag mit 34,3 Prozent auch ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren haben, so liegt sie doch weiter auf Platz eins. Laschet sieht sich gestärkt für höhere Aufgaben.

Erst mit deutlichem Abstand hinter der CDU kommen die Sozialdemokraten mit 24,3 Prozent vor den Grünen mit 20 Prozent. Die Grünen punkten vor allem in den Städten und sind die großen Gewinner. Die SPD verliert auch in ihrer früheren Hochburg. Die Liberalen legen leicht zu und landen bei 5,6 Prozent. Durchatmen bei Parteichef Christian Lindner. Die AfD bleibt mit 5,0 Prozent hinter ihren Erwartungen. Und die Linke verliert und kommt nur auf 3,8 Prozent.

Laschet tritt am Montag in der Rolle des Wahlsiegers auf. Gestärkt durch den Erfolg in NRW startet er in die heiße Phase des Wahlkampfes um den CDU-Bundesvorsitz und möglicherweise auch die Unions-Kanzlerkandidatur. „Dass der Kurs der Mitte richtig ist, das versteht jetzt möglicherweise auch jeder in der CDU“, erklärt er. Klar ist, dass dies vor allem an die Adresse von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geht, der ihm die Kanzlerkandidatur streitig machen könnte. Aber auch gegen seinen ärgsten parteiinternen Rivalen, Friedrich Merz.

SPD hakt ab

Man habe die „Herzkammer der Sozialdemokratie“ gebrochen, stichelt wiederum CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gegen den Koalitionspartner in Berlin.

Für Olaf Scholz ist es ein Dämpfer. Gerade erst war er als SPD-Kanzlerkandidat nominiert worden, schon gibt es eine bittere Wahlschlappe in NRW. Minus 7,1 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 – das schmerzt die Genossen, auch wenn sie versuchen, sich möglichst wenig anmerken zu lassen.

Immerhin liegt man dort noch vor den Grünen auf Platz zwei. „Das hätten viele nicht für möglich gehalten“, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans und will bereits eine Wende bei seiner Partei erkennen. Das Tal sei schon mit der Europawahl im Mai durchschritten worden. Damals kam die SPD dort im einwohnerstärksten Bundesland nur auf 19,2 Prozent.

Grüne jubeln

Jubel bei den Grünen über die 20 Prozent an Rhein und Ruhr und Platz eins in Köln, Bonn und Münster. Schon wird wieder die Frage nach Schwarz/Grün nicht nur in Düsseldorf, sondern auch auf Bundesebene laut. Hohe Zustimmung vor allem in den Städten, aber auch bei den Jungwählern liegt die Partei vorn und sogar deutlich vor der CDU.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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