KIRCHHATTEN Wer ohne Gehbehinderung durchs Leben schreitet, ahnt meist nicht, welche Schwierigkeiten im Alltag zu bewältigen sind, wenn man nur noch schwer Treppen steigen kann oder sogar auf Stöcke, Rollator oder den Rollstuhl angewiesen ist. Oft sind dann Barrieren nicht überwindbar. Eine Orientierungshilfe will da der „Wegweiser für Menschen mit Behinderungen“ geben, den die Gemeinde Hatten in diesen Tagen herausgebracht hat und in einer Auflage von 1000 Exemplaren drucken ließ.

Vorbild für das 56 Seiten-Heft war eine ähnliche Broschüre, die vor zwei Jahren von der Selbsthilfegruppe „Rolli-Treff“ aus Hude herausgegeben worden war. Am 27. November 2006 stellten Klaudia Peters und Manfred Schlobohm vom Rolli-Treff die Idee im Senioren- und Behindertenbeirat der Gemeinde Hatten vor. Nachdem der Gemeinderat grünes Licht gegeben hatte, machte sich eine Arbeitsgruppe des Beirates ans Werk, stellte einen Fragebogen auf und trug zwischen April und September vergangenen Jahres die Daten zusammen. Mit von der Partie waren Vorsitzender Herbert Lueken, Ernst-Dieter Hoffhenke, Gerd Makella, Werner Otte, Helmut Rotermund, Günther Dähne und Traute Lentz. Sie besuchten in den Ortsteilen der Gemeinde unter anderem Praxen, Behörden, Kirchen, Schulen, Kindergärten, Volkshochschule, Sportstätten, Büchereien, Läden, Märkte, Friseure, Reisebüros, Gaststätten, Hotels und andere Beherbergungsbetriebe und überprüften dort die Ausstattung. Sie achteten auf automatische Türen,

stufenlose Eingänge und Räume, Rollstuhltauglichkeit, Behinderten-WC und Behindertenparkplätze. Im jetzt vorliegenden Wegweiser sind rund 130 Einrichtungen samt Adresse und Telefonnummer aufgeführt. In übersichtliche Tabelle zeigen Kreuzchen an, welche Ausstattung vorhanden ist und welche nicht.

Sozialarbeiterin Antje Gadeberg von der Gemeindeverwaltung hat die Daten zusammengefasst und gemeinsam mit anderen Rathausmitarbeitern die Fotos für den Umschlag „geschossen“. Auf der Titelseite ist ein Mann zu sehen, der mit einem Elektromobil auf einem durch eine Parklandschaft führenden gut asphaltierten Weg an einem „Hatten“-Ortsschild vorbeifährt, auf der Rückseite zehn kleine Bilder mit Schildern der Ortsteile von Dingstede bis Tweelbäke.

Heike Kersting, Leiterin des Sozialamtes, lobte bei der Vorstellung der Broschüre im Kirchhatter Rathaus den Einsatz der Arbeitsgruppe. Von den Kosten in Höhe von rund 2000 Euro steuerte die Gemeinde selbst 700 Euro bei, den Rest teilten sich die Landessparkasse zu Oldenburg und die VR Bank Oldenburg Land West.

Die Hefte sind in den beiden Bürger-Service-Büros Kirchhatten und Sandkrug der VHS sowie bei Ärzten und in Apotheken erhältlich.

Matthias Kosubek
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