Harpstedt Im Prinzip hört sich die Aufgabe gar nicht so kompliziert an. Die Ex-Kultdisco Zum Sonnenstein soll in Harpstedt ab- und als neue Attraktion beim Museumsdorf Cloppenburg wieder aufgebaut werden. Wäre da nicht eine „kleine“ Bedingung: Das Gebäude und sein Innenleben sollen möglichst 1:1 umgesetzt („transloziert“) werden – inklusive des Geistes, der den Sonnenstein prägte. Am Mittwoch waren Fachleute vor Ort, um zu erörtern, wie das funktionieren soll.

Eva Geiß und Anja Hänisch (von links) widmeten sich den Tapeten – der ebenfalls mit umziehen. BILD: Karsten Kolloge

Geld für finanziellen Kraftakt ist gesichert

Die Finanzierung der mit etwa 500 000 Euro veranschlagten Umsetzung der Disco sei gesichert, allerdings würden noch Sponsoren für Arbeiten am Innenleben gesucht, sagte Architekt Hermann Dunkler-Gronwald.

Der Zeitplan des Museumsdorfs sieht das genaue Aufmaß für September und den Abbau noch in diesem Jahr vor. Der Bauantrag für den im Frühjahr 2018 geplanten Wiederaufbau sei beim Landkreis Cloppenburg gestellt, so Eva Geiß.

Über das Projekt „Disko-thek Sonnenstein“ informiert Museumsdirektor Prof. Dr. Uwe Meiners beim Sonntagsspaziergang des Museumsdorfs Cloppenburg am 13. August. Treffpunkt: um 14.30 Uhr in der Münchhausenscheune.

„Es geht hier um einen Ort, wo man berührt wird, sich erinnert“, beschrieb Hermann Dunkler-Gronwald (Architektengemeinschaft Dunkler-Gronwald/Wiechmann, Hude) die besondere Herausforderung. Diskotheken in den 1960er oder 1970er Jahren seien eben nicht so perfekt gestaltet gewesen wie später eine Fun Factory oder das 5 Elements. Abnutzung sei sichtbar, vieles sei auf rührende Weise improvisiert gewesen. „Da sind die Kaugummiflecken auf dem Fußboden und unter der Decke neben den neueren Strahlern noch die alten, kaputten. Das störte niemanden.“

Dunkler-Gronwald sowie Dr. Michael Schimek (Leiter der bauhistorischen Abteilung des Museumsdorfs), Günter Lübke (Leiter der Werkstatt) und Eva Geiß (wissenschaftliche Volontärin) gingen Wand für Wand durch. Auch Diplom-Restauratorin Anja Hänisch vom Restaurierungszentrum Neuenburg war hinzugezogen worden. Unter anderem wurden Farbproben genommen. In der künftigen Museums-Disco „wird es sauber sein, aber die Patina bleibt“, beschrieb Schimek das Ziel.

Eva Geiß sagte, dass es (anders als bisher geplant) keine längere Zwischenlagerung der „Bauteile“ geben werde. Vielmehr solle das Gebäude in Harpstedt abgetragen und im Anschluss in Cloppenburg wieder aufgebaut werden. „Eine Zwischenlagerung würde der Substanz nicht gut tun.“ Ab- und Aufbau sollten in den Händen einer Person – nämlich von Werkstattleiter Günter Lübke – liegen.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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