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Harpstedt Das Werk ist vollbracht. Nach mehrjährigen Recherchen können der Gesprächskreis zur Geschichte Harpstedts und insbesondere die Archivpfleger Günter Kastendieck und Friedrich zur Hellen einen Haken setzen unter der geschichtlichen Dokumentation der älteren Gebäude im Flecken. Die zusammengetragenen Informationen wurden digitalisiert. Das heißt: Interessierte mit einem berechtigten Interesse können jetzt im Archiv der Samtgemeinde am PC auf Spurensuche gehen.

Wer sich mit der Geschichte der Gebäude im Flecken befasst, für den, so berichten die beiden Archivpfleger, sei das Jahr 1739 quasi der Ausgangspunkt. Denn damals hatte ein großer Brand den Ort in Schutt und Asche gelegt – „bis auf die Mullstraße“, wie Günter Kastendieck einschränkt.

Mit den Häusern, die nach dem Brand und bis zum Jahr 1850 entstanden, hatte sich bereits der frühere Samtgemeindearchivpfleger Dr. Jürgen Ellwanger befasst. 214 Anwesen waren das.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte der Flecken ein zeitweise rasantes Wachstum. In der Folge der Gemeinheitsteilung hätten Abkömmlinge der Höfe auf parzellierten Flächen damals die Möglichkeit erhalten zu bauen, erläutert Kastendieck. Die Zahl der Gebäude schnellte nach oben.

Insbesondere um die seither und bis Ende der 1950er Jahre hinzugekommenen Häuser ging es beim Recherchieren. Welche Quellen es gab? Zunächst seien da die Angaben des Amtsschreibers Johann Heinrich Redeker aus der Zeit ab 1742 gewesen, dann Brandkassen-Unterlagen von 1759 bis 1770 und schließlich das Familienverzeichnis ab 1763, zählt Kastendieck auf. Für Recherchen ab 1850 kam das aktuellere Familienverzeichnis hinzu.

Erinnerungen genutzt

Und: Die Gesprächskreis-Teilnehmer trugen eigenes Wissen, teils auch eigene Erinnerungen zusammen. Da sei zum Beispiel ein 91-Jähriger, der früher im Flecken gearbeitet habe und ein bemerkenswertes Gedächtnis habe. Kastendieck: „Wir nennen ihn unsere Festplatte.“

Zu den Informationen, die bei den Recherchen zusammengetragen wurden, zählt in der Regel zunächst, wer ein Gebäude wann gebaut hat. Danach ist zum Beispiel zu erfahren, ob es und wenn ja wann und an wen verkauft wurde, oder wer es wann geerbt hat. Teils sind auch Bilder der Gebäude beigefügt.

Aus Datenschutzgründen könne man die Ergebnisse der Arbeit nicht einfach ins Netz stellen, auch wenn es sich um ältere Angaben handele, erklären die Archivpfleger. Interessierte, die sich über ein Haus informieren möchten, müssen in geeigneter Form ein berechtigtes Interesse nachweisen – das kann, wenn sie nicht bekannt sind, der Personalausweis sein. Es besteht auch die Möglichkeit, Informationen auszudrucken.

Alle Häuser nummeriert

Bevor die Suche beginnt, gilt es, für die jeweilige Adresse mit Hilfe einer Übersichtstafel eine Zahl herauszufinden. Denn: Die Häuser in Harpstedt waren früher durchnummeriert, beginnend beim Amtshof mit der 1.

Das Archiv im Keller des Amtshofes ist montags und donnerstags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Eine telefonische Anmeldung unter 04244/8247 empfiehlt sich.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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