Wenn die Lieblingsjeans auf einmal zu eng ist, der Besitzer aber auf keinen Fall auf sie verzichten möchte, dann ist ein/e Änderungsschneider/in gefragt. Kleidungsstücke umändern, reparieren, verkleinern, erweitern oder verschönern: Änderungsschneider verbringen so manches Mal kleine Wunder.

Retter in der Not

Wenn die Kundschaft aus allen Nähten platzt, dann ist der Änderungsschneider der Retter in der Not. Das Handwerk mit Nadel und Faden lebt, denn der Service – zum Beispiel von der Schneiderei Bruns in Oldenburg – wird gerne und oft genutzt. „Wir suchen noch dringend Fachkräfte“, betont Sarah Bruns, die zusammen mit ihrem Vater die größte Änderungsschneiderei in Oldenburg und Umgebung leitet. Ihr Vater Kemal Bruns eröffnete 1984 sein Geschäft in der Alexanderstraße, zunächst als Ein-Mann- Unternehmen. Schnell sprach sich herum, dass die Kunden hier nicht nur nett bedient werden, sondern auch erstklassige Arbeit zu fairen Preisen bekommen. Nach dem bekannten Werbespruch „Nichts ist unmöglich!“, übernimmt die Schneiderei Bruns Änderungen und Reparaturen aller Art. Ob Kleidungsstücke aus Stoff, Strickwaren, Pelz oder Leder, Gardinen, Braut- und Abendmode, aber auch Motorradbekleidung. Das große Dienstleistungsangebot umfasst aber auch Anfertigungen nach Maß. Neue Kleidungsstücke, wie zum Beispiel Kleider, Hemden, Blusen, Röcke, Hosen oder auch besondere Kostüme werden ganz individuell angefertigt.

Heute beschäftigt die Schneiderei Bruns 13 Mitarbeiter, darunter auch eine Auszubildende. Seit zehn Jahren wird in diesem Familienunternehmen erfolgreich ausgebildet.

Zweijährige Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Änderungsschneider/in dauert zwei Jahre, und pro Ausbildungsjahr bietet die Schneiderei Bruns in der Regel ein bis zwei Ausbildungsplätze an. Gerne werden auch noch Bewerbungen für 2017 entgegen genommen. Die ausgewählten Bewerber machen dann einen sogenannten Probetag. Hier können sie in die Arbeitswelt hineinschnuppern und die vielen verschiedenen Nähmaschinen kennen lernen. Dabei können die Ausbilderin Jutta Untiedt-Evers und Juniorchefin Sarah Bruns bei kleinen Projekten sehen, ob die Bewerber die notwendigen Fähigkeiten mitbringen.

Feinmotorik ist gefragt

„Dabei spielt die Feinmotorik des Auszubildenden eine wichtige Rolle und auch, dass eine Änderungsschneiderin Respekt vor dem jeweiligen Produkt hat. Sie muss es mit Sorgfalt und Genauigkeit behandeln, als wäre es ihr eigenes Kleidungsstück“, erklärt Sarah Bruns. Der Probetag der jetzigen Auszubildenden Janna lief sehr gut und man konnte an dem kleinen Projekt sofort erkennen, dass sie ein Händchen für das Handwerk hat. Nach ihrem Realschulabschluss wusste Janna nicht so recht was sie machen wollte und arbeitete in der Textilbranche. Da sie am Nähen Gefallen fand, entschloss sie sich eine Ausbildung zur Änderungsschneiderin zu machen. Nach ihrem erfolgreichen Probetag begann sie im August 2015 ihre Ausbildung. Zunächst fangen die Auszubildenden der Schneiderei Bruns mit Probestücken an, bevor sie an die Kleidung der Kunden herangelassen werden. „Die Qualität muss stimmen, dann geht es Schritt für Schritt weiter. Die Königsdisziplin in der Ausbildung ist ein Herren-Sakko, das in der Weite, in der Länge und in der Ärmellänge geändert werden muss“, erzählt Sarah Bruns. Neben der praktischen Arbeit ist die Berufsschule ebenfalls eine Herausforderung. Da die Ausbildung „nur“ zwei Jahre dauert, muss in dieser kurzen Zeit viel gelernt werden. Zurzeit ist an zwei Tagen in der Woche Berufsschule angesagt „Wir sind im zweiten Ausbildungsjahr mit acht Schülern und das vom gesamten Schneiderhandwerk“, berichtet Janna. Auch nach der Ausbildung möchte sie weiterhin als Änderungsschneiderin arbeiten.

„Für jede Schneiderin gilt, was in diesem und vielen anderen Berufen eine Grundvoraussetzung ist: Die Leidenschaft und die Liebe zum Handwerk“, betont Sarah Bruns. Dirk Wieting

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