Oldenburg Die Handballerinnen des VfL Oldenburg wollen sich ganz offensichtlich nicht mit einem Platz im Niemandsland der Tabelle zufriedengeben. Nach zwei Niederlagen in Folge feierte der dreimalige deutsche Pokalsieger in der Bundesliga einen verdienten 37:30 (18:13)-Auswärtserfolg bei der HSG Bad Wildungen und darf nach den Resultaten des Wochenendes weiter in Richtung Platz vier blicken. Diese Abschlussplatzierung wäre nach den heftigen Turbulenzen rund um das Oldenburger Erstligateam in der Tat ein versöhnliches Saisonende, auch wenn der Club wohl aus wirtschaftlichen Gründen auf sein mögliches Europapokal-Startrecht verzichten würde.

Die Mannschaft von Trainer Leszek Krowicki führte in Bad Wildungen zeitweise mit elf Toren Vorsprung. Einen richtig guten Tag in dieser torreichen Partie erwischte dabei Rechtsaußenspielerin Kira Schnack, die neun Treffer markierte.

„Wir haben phasenweise sehr gut gedeckt und kompakt agiert. Dadurch haben wir Bälle erobert, die wir für Gegenstoß-Tore nutzen konnten. Die Mädels haben sehr gut gekämpft und verdient gewonnen“, attestierte Krowicki seinem Team eine beeindruckende Energieleistung.

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Der VfL-Trainer konnte zum wiederholten Mal nur mit einem Minikader planen. Zu dem ohnehin schon schwerwiegenden Ausfall von Kapitänin Kim Birke (muskuläre Probleme) gesellte sich in dieser Woche die etatmäßige Spielmacherin Caroline Müller, die am Mittwoch am Meniskus operiert worden war.

Ebenfalls nicht im Aufgebot standen Torfrau Madita Kohorst sowie Rechtsaußen Jenny Behrend. Die beiden Nachwuchs-Asse halfen beim abstiegsbedrohten VfL-Juniorteam aus und feierten in Wismar ebenfalls einen Auswärtssieg (19:13). Für Kohorst rückte die erst 17-jährige A-Jugendtorhüterin Julia Neumann in den Kader und durfte gegen Spielende sogar ihr Bundesliga-Debüt feiern.

Die personellen Probleme sollten die VfL-Frauen keineswegs davon abhalten, die Partie in Nordhessen voll konzentriert und mit viel Elan anzugehen. Je zwei Treffer von Angie Geschke und Stefanie Kaiser brachten die Gäste in der Anfangsphase gleich mit 4:2 (3. Minute) in Führung.

Mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 180 Sekunden sorgte Inger Smits mit ihren ersten Treffern in dieser Begegnung erstmals für einen Vier-Tore-Vorsprung (8:4). Geschke und erneut Smits erhöhten nur kurze Zeit später gar auf 10:4 für den VfL. Grundlage dieser klaren Führung war eine insgesamt solide Deckungsarbeit der Oldenburgerinnen, die zudem – anders als zuletzt gegen Bietigheim – auch im Angriff immer wieder Akzente setzten.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ging es rasend schnell zu – viel zu schnell für die wackeren Gastgeberinnen. Die Oldenburgerinnen legten los wie die Feuerwehr und markierten innerhalb von nur 3:34 Minuten fünf Treffer, schraubten das Resultat damit ratzfatz auf 24:13 aus ihrer Sicht und zogen den selbst ernannten „Vipers“ aus Bad Wildungen so ganz früh die Giftzähne.

Otto-Ulrich Bals Autor
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