Oldenburg Julia Renner wusste beim Autogramme schreiben nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Oldenburgs Torfrau hatte einen Sahnetag erwischt, nahezu die Hälfte aller gegnerischen Bälle abgewehrt, zum Sieg im Nordderby gegen den Buxtehuder SV aber sollte es für die Handballerinnen des VfL Oldenburg nicht ganz reichen. „Mit einem Sieg wäre ich jetzt natürlich richtig glücklich“, befand die 29-Jährige, die nach 23 Minuten Madita Kohorst im VfL-Tor abgelöst hatte.

Renner und 1217 Zuschauer in der kleinen EWE-Arena hatten danach eine stimmungsgeladene, temporeiche und hochexplosive Partie erlebt. Die Mannschaft von Trainer Leszek Krowicki kassierte 59 Sekunden vor der Schlusssirene den Ausgleichstreffer zum 23:23 (13:13)-Unentschieden und verlor damit im Rennen um den vierten Saisonplatz in der Liga weiter an Boden.

Die Zahlen zum Nordderby

VfL Oldenburg Renner (ab 23. Min./14 Paraden), Kohorst (4) - Schnack 1, Martens, Müller 4, Smits, Dulfer 2, Behrend 2, Geschke 7/3, Kaiser 4, Hartstock, Jongenelen, Malá 3. Buxtehuder SV Lenz, Gronemann (17 Paraden/davon zwei 7m) – Meyer 3, Fischer, Gubernatis 3/1, Knippenborg 1, Schirmer 5, Oldenburg 4, Bölk 3, Goos 3, Kaiser 1, Hayn. Zeitstrafen 4:4 Minuten. Siebenmeter 6/3 – 3/1.

Kein Team hatte sich während der rasanten 60 Minuten entscheidend absetzen können. „Das war eine ziemliche Achterbahnfahrt“, befand BSV-Trainer Dirk Leun. Sein Kollege Krowicki sah dies ähnlich. „Letztendlich geht das Unentschieden in Ordnung. Auch wenn ich Mitte der zweiten Halbzeit schon an unseren Sieg geglaubt habe“, meinte der Pole.

Die ohnehin schon ersatzgeschwächten VfL-Frauen mussten zudem den Ausfall von Inger Smits beklagen. Die Niederländerin hatte sich bereits im ersten Durchgang eine Zerrung zugezogen. Krowicki fehlte so eine wichtige Spielerin im Angriff. Smits zählte zuletzt durchgängig zu den besten Torschützinnen beim VfL. Da sich auch Isabelle Jongenelen vor der Pause eine Knöchelblessur zugezogen hatte, waren die personellen Möglichkeiten bei den Gastgeberinnen schon früh eingeschränkt.

Die Startphase hatte ganz klar den Grün-Weißen gehört. Die 6:0-Deckung blockierte gleich erfolgreich ein, zwei Bälle, und auch die zunächst aufgebotene Kohorst war zweimal zur Stelle. Die VfL-Frauen übernahmen die Initiative, führten mit 3:0 (3. Minute), 5:2 (7.) und 7:4 (12.). Doch schon zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich der erneut verschwenderische Umgang mit guten Torchancen ab. Technische Fehler sowie einige zu hastig abgeschlossene Angriffsaktionen brachten Buxtehude wieder zurück ins Spiel.

Die Gäste, keineswegs fehlerfrei, gingen nach 18 Minuten erstmals selbst in Führung (8:7). Als ein weiteres Manko aufseiten des VfL erwies sich einmal mehr das Werfen von Siebenmetern. Nur drei von sechs Strafwürfen landeten im Tor der ebenfalls bärenstarken Buxtehuder Torfrau Julia Gronemann (17 Paraden).

Die Gastgeberinnen blieben gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit über sechs Minuten lang ohne Treffer. Das machte die Sache nicht gerade einfacher, gleichwohl besannen sich die VfL-Frauen jetzt auf ihr Kämpferherz und gingen durch Jenny Behrend nach 40 Minuten erstmals wieder in Führung (16:15).

Spätestens jetzt war das Nordderby in der gut gefüllten Arena angekommen. Caroline Müller und Veronika Malá legten spektakulär zum 18:15 nach – und der Buxtehuder SV war gefordert.

Die Begegnung, die ganz im Zeichen starker Abwehrreihen stand, war beim Stand von 20:20 (52.) wieder völlig offen. Von nun an zählte jeder Treffer. Umso besser aus VfL-Sicht, dass Renner hielt, was auf ihr Tor kam.

Müller erzwang eineinhalb Minuten vor dem Ende die nochmalige 23:22-Führung für den VfL, die ausgerechnet die Ex-Oldenburgerin Maike Schirmer 59 Sekunden vor Schluss egalisieren sollte. Da musste sich selbst Julia Renner geschlagen geben.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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