Die deutschen Olympia-Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig haben sich für die dauerhafte Einführung des Videobeweises im Handball stark gemacht. "Wir begrüßen das. Aber es bedarf einer ganz klaren Definition, wann es eingesetzt werden darf", sagte Lars Geipel.

Die Referees aus Leipzig und Steuden hatten beim Endrunden-Turnier der Champions League Ende Mai in Köln als Erste den von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) probeweise eingesetzten Videobeweis genutzt. "So lange es dem Sport und den Schiedsrichtern hilft, bin ich immer für Hilfsmittel", sagte Helbig der Deutschen Presse-Agentur.

Im Champions-League-Halbfinale zwischen KS Vive Kielce aus Polen und Paris St. Germain (28:26) hatten Geipel und Helbig nach Ansicht der Videoaufzeichnungen dem früheren Hamburger Igor Vori die Rote Karte wegen einer Tätlichkeit gezeigt. "Ohne Videobeweis hätten wir die Rote Karte nie gegeben, weil wir das nicht gesehen haben", sagte Marcus Helbig. Geipel wertete den Vorstoß der EHF als "mutig". "Das war echt eine Revolution", erklärte er, "für die Schiedsrichter ist es auch eine Art Rückversicherung."

Die EHF hatte in Köln erstmals den Videobeweis eingesetzt und will das "Instant Replay" künftig auch bei anderen Veranstaltungen nutzen. "Es bedarf dafür keiner Regeländerung, weil die Hoheit der Entscheidungen weiterhin bei den Schiedsrichtern liegt", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer aus Österreich und lobte Geipel und Helbig: "Die beiden deutschen Schiedsrichter haben das hervorragend gehandhabt: In der richtigen Situation und in der richtigen Art und dann auch die richtige Entscheidung."

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