Oldenburg Die peu à peu erkennbar ansteigende Form der Handballerinnen des VfL Oldenburg sowie der couragierte Auftritt zuletzt gegen den Europapokal-Aspiranten TuS Metzingen (26:30) dürfen durchaus als Indiz gewertet werden, dass sich Deutschlands jüngstes Bundesligateam nach den vielen verletzungsbedingten Rückschlägen langsam gefunden hat. „Wir wachsen immer besser zusammen. Wir kämpfen füreinander und es macht richtig Spaß in dieser Truppe“, sagt VfL-Spielführerin Myrthe Schoenaker.

Die 27-jährige Niederländerin selbst geht mit einem guten Beispiel voran. Auf der Halbposition in der Abwehr lässt sie selten etwas anbrennen, und auch wenn sie im Angriff die eine oder andere Chance liegen lässt, hat sich Schoenaker zu einer Leaderin aufgeschwungen. Die Siebenmeter sind ihre Sache. Selbstbewusst übernimmt sie Verantwortung und erreicht wie zuletzt gegen Metzingen nicht selten eine Trefferquote von 100 Prozent.

Das soll auch so an diesem Samstag (19 Uhr) im Auswärtsspiel bei Frisch Auf Göppingen so bleiben. Obwohl die Gastgeberinnen so etwas wie der Angstgegner des VfL sind (der letzte Sieg datiert aus Februar 2016), ist Schoenaker, die sich in Oldenburg wieder in den Dunstkreis der niederländischen Nationalmannschaft spielte, der festen Überzeugung: „Wir sind besser als Göppingen und ich glaube schon, wir fahren da als Favorit hin.“

Diese neuen Töne hört man beim viermaligen deutschen Pokalsieger gern. „Natürlich läuft bei uns noch nicht alles perfekt, aber die Mannschaft ist auf einem guten Weg. Sie arbeitet gut und verfügt über viel Potenzial“, sagt Trainer Niels Bötel, der in einem schwierigen finanziellen Umfeld in erster Linie mit jungen, unerfahrenen Spielerinnen agieren muss.

Nun aber droht exakt diese gute Perspektive schon wieder verloren zu gehen. 20 Spielerinnen weist die Bundesligakader-Liste des VfL auf der offiziellen Webseite des Ligaverbandes HBF aus. Gleich 17 Verträge laufen im Sommer aus. Nur Torfrau Nele Reese, Kreisläuferin Carina Aselmeyer sowie Rückraumspielerin Kathrin Pichlmeier verfügen noch über vertragliche Bindung bis 2021.

„Wir sind längst in Gesprächen mit den Spielerinnen. Ob wir aber alle Spielerinnen halten können, kann ich heute noch nicht sagen“, deutet Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer des VfL, bisweilen schwierige Verhandlungen an. Dabei soll die eine oder andere Oldenburgerin – darunter auch Myrthe Schoenaker – schon das Interesse anderer Clubs geweckt haben.

Wirtschaftlich wird sich die Situation im Sommer nicht zwingend verbessern, denn dann nimmt der örtliche Energieanbieter EWE eine weitere finanzielle Kürzung zur Saison 2020/21 vor, bleibt allerdings Hauptsponsor. „Wir arbeiten an vielen Fronten und derzeit unsere Liste Stück für Stück ab“, sagt Görgen, der selbstredend den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen will. Sprich: Auch die Verträge mit dem Trainerteam Niels Bötel und Andreas Lampe laufen zum 30. Juni dieses Jahres aus.

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Görgen ist gefordert, scheint aber in puncto Bötel längst aktiv geworden zu sein. „Leider kann ich noch nichts Konkretes bekanntgeben. Nur so viel: Wir sind im Gespräch“, lässt sich der VfL-Kaderplaner wie stets zu diesem Zeitpunkt der Saison nicht in die Karten schauen. Und so rückt zunächst erst einmal wieder das schwere Auswärtsspiel des Bötel-Teams an diesem Samstag in Göppingen in den Fokus. Nach zuletzt sechs sieglosen Partien sollen die Frisch-Auf-Mädels diesmal endlich wieder mal bezwungen werden.

Richtigstellung (3. Januar 2020, 12.45 Uhr): Der örtliche Energieanbieter EWE bleibt Hauptsponsor des Handball-Bundesligisten VfL Oldenburg. „An dieser Situation hat sich nichts geändert“, stellt Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer beim viermaligen deutschen Pokalsieger, im Gespräch mit der Redaktion klar. Die NWZ hatte in ihrer Ausgabe vom 3. Januar berichtet, dass der langjährige Partner des Bundesligisten im Sommer sein finanzielles Engagement endgültig beendet. Richtig ist, dass die EWE absprachegemäß zur Saison 2020/21 eine weitere finanzielle Kürzung vornimmt, gleichwohl bleibt der Energieanbieter den VfL-Frauen als Hauptsponsor erhalten. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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