Oldenburg Manchmal muss sie sich noch selbst zwicken, kommt ihr doch alles wie ein schöner Traum vor. „Mit der WM-Nominierung habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich war einfach happy nach der Bekanntgabe durch den Bundestrainer“, beschreibt Jenny Behrend ihr Gefühl, als Henk Groener beim letzten Treffen der deutschen Handball-Nationalmannschaft Ende Oktober in Hannover seinen Spielerinnen in der Besprechung sein Personaltableau für die Weltmeisterschaft in Japan (29. November bis 15. Dezember) offerierte.

In der Tat, wer hätte das gedacht? Auf der Rechtsaußen-Position setzen Groener und Co-Trainerin Heike Horstmann auf das junge Gespann Amelie Berger (20 Jahre/SG Bietigheim) und eben Jenny Behrend (23) vom VfL Oldenburg. „Auf Rechtsaußen sind wir in Deutschland wirklich stark besetzt. Dass ich mich da durchgesetzt habe, freut mich natürlich sehr“, sagt Behrend , die erst am 23. März in Oldenburg gegen die Niederlande (29:28) ihr Länderspiel-Debüt feiern durfte.

Sechs weitere Einsätze folgten seitdem, in denen die junge Oldenburgerin ganz offensichtlich so namhafte Konkurrentinnen wie die 29-jährige Marlene Zapf (82 Länderspiel/185 Tore) vom TuS Metzingen oder die Ex-Vflerin Maike Schirmer (29 Jahre/14 LS/22 Tore) vom Buxtehuder SV ausgestochen hat. Außer Behrend werden in Japan sieben weitere Spielerinnen erstmals WM-Luft schnuppern. Groener und Horstmann haben den Umbruch eingeleitet – und Behrend zählt dazu.

Die Reise nach Asien startet für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) einen Tag nach dem Länderspiel gegen Montenegro (21. November). Von Frankfurt über Tokio geht der Flug nach Tokushima, wo das Team die letzten Vorbereitungstage verbringen wird. „Dass wir so früh anreisen, finde ich gut, so können wir uns bestens akklimatisieren. Japan mit seinem Zeitunterschied ist ja nicht gerade ein typisches Reiseziel für uns Handballerinnen“, überlegt Behrend.

Am 28. November reist sie dann weiter in den Vorrundenspielort Kumamoto, wo zwei Tage später zum WM-Auftakt Brasilien wartet. Es folgen Gruppenspiele gegen Australien (1. Dezember), Dänemark (3. Dezember), Frankreich (4. Dezember) und Südkorea (6. Dezember). Die besten drei Teams qualifizieren sich für die Hauptrunde.

Noch allerdings hat Behrend den Reiseführer Tokio zur Seite gelegt: Zuvor stehen für die VfL-Frauen in der Bundesliga zwei wichtige Partien am Samstag in Blomberg und am 17. November gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch auf dem Programm. „Ich denke, das wird ein richtig schweres und sehr temporeiches Spiel“, sagt Behrend vor dem Spiel der Oldenburgerinnen an diesem Samstag (16.30 Uhr) beim aktuellen Tabellendritten HSG Blomberg-Lippe.

Der Gegner aus dem Lippischen verfügt über eine eingespielte Formation, die in dieser Saison in der Bundesliga noch ungeschlagen ist. Im DHB-Pokal-Achtelfinale allerdings unterlag das Team von Trainer Steffen Birkner jüngst in eigener Halle dem Thüringer HC deutlich mit 22:30.

„Wir müssen zunächst unseren Fokus ganz auf die Abwehr richten und danach im Angriff unbedingt unsere Konzeption beibehalten“, will Behrend etwas Zählbares mit nach Hause nehmen. Ohne Frage: Nach dem 25:25-Paukenschlag gegen Meister Bietigheim kann die neuformierte junge VfL-Mannschaft mit viel Mut und deutlich unbeschwerter ans Werk gehen.

Otto-Ulrich Bals Autor
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