Oldenburg Die Momentaufnahme nach Spielschluss sprach Bände. Sichtlich bedient sortierte Dirk Leun seinen Kram an der Trainerbank des Buxtehuder SV. Nur wenige Meter weiter fasste Oldenburgs Torjägerin Angie Geschke ihr Glück nicht. „Wir haben gekämpft und gefightet. Und wenn ich nicht so kaputt wäre, müsste ich jetzt vor Glück weinen“, rang die an diesem Tag alle überragende Spielerin am Hallenmikrofon nach Worten. Mit ihren 16 Toren hatte die 32-jährige Nationalspielerin ihre Mannschaft zu einer Gala-Vorstellung im 52. Nordderby mitgerissen.

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Madita Kohorst (Torfrau VfL Oldenburg): Das war eine überragende Teamleistung. In der Abwehr haben wir voller Selbstvertrauen agiert und vorn endlich die Dinger auch mal reingemacht. Jane Martens (Linksaußen VfL Oldenburg): Wir haben gegen Buxtehude super kompakt gestanden. Nach der Pause wollten wir den Vorsprung nicht mehr aus der Hand geben. Irgendwann war dann der Zeitpunkt gekommen, da konnten wir schmeißen, wie wir wollten, und es passte.

Das Team von Trainer Niels Bötel bot dem Dauerrivalen Buxtehude am Sonntagnachmittag vor 1375 Zuschauern einen großartigen Kampf und setzte mit dem 39:31 (18:15) ein vielbeachtetes Ausrufezeichen. Für die BSV-Handballerinnen war es die erste Niederlage in dieser Bundesliga-Spielzeit. Den letzten Heim-Erfolg gegen Buxtehude hatten die VfL-Frauen am 18. Oktober 2015 (31:27) gefeiert.

„Wir haben heute schon am Maximum gespielt. Das ganze System hat funktioniert. Unsere Angriffsleistung war schon überragend“, meinte ein hochzufriedener VfL-Coach Bötel. Dementsprechend tief saß die Enttäuschung beim BSV. Erfolgstrainer Leun war, wie gesagt, die gute Laune vergangen. „Mit dieser hohen Niederlage hatten wir nicht gerechnet. Wir sind alle sehr enttäuscht, wollten wir doch mit zwölf Punkten in die WM-Pause gehen“, ärgerte sich Buxtehudes niederländische Rückraumspielerin Lynn Knippenborg.

Die Partie hatte die Fans auf beiden Seiten von der ersten Minute an in Atem gehalten. Es ging rauf und runter. Tempo-Handball in Reinkultur. Beide Teams schenkten sich nichts und überraschten immer wieder mit sehenswerten Kombinationen. Die VfL-Frauen kamen dabei etwas besser aus den Startlöchern. Unter dem Jubel der grün-weißen Anhänger sorgte Spielführerin Kim Birke mit einem Doppelschlag (6. Minute) für die erstmalige Zwei-Tore-Führung. Doch das 5:3 hatte nicht lange Bestand, nach 16 Minuten (10:10) hatte der BSV wieder aufgeschlossen.

VfL-Coach Bötel sollte seinen Anteil am starken VfL-Auftritt haben. Sein taktisches Mittel, Buxtehudes Nationalspielerin Emily Bölk durch Malene Staal in die kurze Deckung zu nehmen, zahlte sich zusehends aus. Das Angriffsspiel der Gäste geriet mehrfach ins Stocken und im gleichen Maße steigerte sich die VfL-Abwehr von Minute zu Minute. Über die Stationen 13:10 (18.) und 17:14 (26.) sicherten sich die VfL-Frauen die Halbzeitführung (18:15).

Hochkonzentriert und voller Leidenschaft ging es weiter. Beiden Teams war der unbedingte Siegeswille anzumerken. Wieder erwischte der VfL den besseren Start und zog schnell auf 20:16 (33.) durch die in WM-Form auftrumpfende Geschke davon.

Getragen von der großartigen Kulisse in der kleinen EWE-Arena dominierten die VfL-Frauen den Gegner nun im Stile eines Spitzenteams. Jeder technische Fehler und jeder Abwehrfehler des BSV wurde umgehend ausgenutzt.

Simone Spur Petersen, Geschke, Cara Hartstock und Birke mit ihren Toren zum 29:22 stellten den VfL-Express nach 49 Minuten kraftvoll aufs Siegergleis. Gäste-Coach Leun sah es kommen. Sprachlos blickte er auf furios aufspielende Oldenburgerinnen.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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