Oldenburg 10:4 Punkte, Tabellenplatz fünf, vier Siege in Folge und verloren bisher nur gegen die Spitzenteams Thüringer HC und SG Bietigheim: Die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg haben einen Lauf und unterstrichen beim 33:25 (19:11) gegen die HSG Bad Wildungen, dass sie auch nach der WM-Pause stark in Form sind. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr, Live-stream auf www.sportdeutschland.tv) wollen sie die finanzstarke, sportlich aber bislang enttäuschende Borussia aus Dortmund ärgern.

Statistik des Spiels

VfL Oldenburg: Kohorst, Renner – Fragge, Schilling, Kannegießer, Wenzl (7), Spur Petersen, Martens (5), Behrend (6), Geschke (6/3), Hartstock (4), Roller, Staal (2), Winter (3). Bad Wildungen: Duijndam, Brütsch - Nieuwenweg (5/2), Schmidt-Robben (4), Beugels (2), Vasilescu (4/1), Haggerty (3), Brütsch, Heusdens (5), Frankova (1), Spielvogel (1), Rösike, Preis. Zuschauer: 1329. Zeitstrafen: 2:3. Siebenmeter: 7/3 – 4/3.

Nach dem Umbruch im Sommer, als sechs Nationalspielerinnen und Trainer-Urgestein Leszek Krowicki den VfL verließen, darf das als positive Überraschung gewertet werden. Die NWZ zeigt, warum die Grün-Weißen bisher so überzeugend auftreten.

 Teamgeist

„Wir haben einen unglaublich großen Teamspirit und Trainer, die brennen“, sagte Nationalspielerin Angie Geschke nach dem überzeugenden Triumph gegen Bad Wildungen. Es fällt auf, wie sehr sich jede Einzelne über die Treffer ihrer Kolleginnen freut und wie sehr das Trainerteam um Niels Bötel, Andreas Lampe und Maike Balthasar mitfiebert. Nach dem vierten Sieg in Serie, der vor allem einer überragenden ersten Halbzeit geschuldet war (19:11), klatschten alle Spielerinnen mit den eigenen Fans ab: 1329 Zuschauer kamen in die kleine EWE-Arena – ein guter Wert für die VfL-Handballerinnen, der die Anerkennung für die bisherigen Leistungen ausdrückt.

 Alternativen

Das Team wurde vor der Saison stark verjüngt – und die Talente machen ihre Sache gut. Gegen Bad Wildungen fiel kurzfristig Kapitänin Kim Birke (29) auf Linksaußen aus. Die erst 18-Jährige Jane Martens begann für sie – und zeigte eine starke Leistung gekrönt von fünf Toren. Als Martens mal kurz durchpusten musste, kam Laura Kannegießer (19) zu ihrem Bundesligadebüt. Auch Kim Schilling (20) und Lisa-Marie Fragge (18) bekamen Einsatzzeiten. Zudem wird Jenny Behrend (21) in ihrer ersten Saison als Starterin auf Rechtsaußen immer treffsicherer, war mit sechs Toren zweitbeste Werferin.

 Starker Rückraum

Wenn die Mannschaft von Verletzungssorgen verschont bleibt, wird der Rückraum viele Gegner vor Probleme stellen. Geschke als derzeit beste Torjägerin der Liga (62 Treffer) ist ohnehin eine Bank, die wiedererstarkte Julia Wenzl (mit sieben Toren beste Werferin gegen Bad Wildungen) und die schnelle Norwegerin Malene Staal komplettieren ein flexibles Dreiergespann. Die Dänin Simone Spur Petersen soll sie von der Bank aus entlasten. Das Fehlen von Isabelle Jongenelen (Kreuzbandriss) macht sich bisher kaum bemerkbar.

 Die „Wand“ im Tor

Auf Madita Kohorst ist einfach Verlass. Die 21-Jährige, die dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft angehört, lieferte gegen die HSG erneut eine so exzellente Vorstellung ab, dass Julia Renner als Nummer zwei gar nicht zum Einsatz kam. „Der VfL hatte eine überragende Torhüterin“, lobte HSG-Trainerin Tessa Bremmer.

 Selbstbewusstsein

Die leisen Zweifel ob der eigenen Leistungsstärke sind nach dem gelungenen Start verflogen. In Dortmund wartet mit den Nationalspielerinnen Clara Woltering, Svenja Huber und Nadja Mansson sowie der früheren VfLerin Caroline Müller ein hochkarätig besetzter Gegner, doch das Bötel-Team fährt mit Selbstvertrauen in den „Pott“. „Wenn wir so spielen, wie in der ersten Halbzeit, ist jeder Gegner schlagbar. Beim BVB wird es natürlich schwerer, aber ich bin guter Dinge, dass wir da etwas holen können“, sagt Geschke. Der Trainer schiebt indes die Favoritenrolle an den BVB, der mit 7:7 Punkten nur auf Platz sieben steht, weiter. „Dortmund ist auf allen Positionen doppelt besetzt. Sie haben wesentlich mehr Potenzial als wir und müssen gewinnen.“

 Der Trainer

Die Ideen von Trainer Niels Bötel, der einen schnellen Handball spielen lässt, kommen gut an. „Wir haben in der ersten Halbzeit genau das umgesetzt, was wir vorhatten. Wir haben nur zwei, drei technische Fehler gemacht und deutlich dominiert“, lobte Bötel sein Team, zeigte sich aber zugleich auch kritisch. „Ich hätte mir in der zweiten Halbzeit mehr Konsequenz gewünscht, auch in der Abwehr haben wir nachgelassen.“

Bötel hat Mut, die jungen Spielerinnen zu bringen, und verzichtete mit Weitsicht auf einen Einsatz Birkes. „Kim hat in dieser Woche ein paar Fußprobleme gehabt, dementsprechend wollten wir sie schonen. Wir haben jetzt ein paar wichtige Spiele vor uns, da brauchen wir kein Risiko eingehen. Ich habe sie lieber den Rest der Saison fit im Team“, sagt der Trainer.

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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