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Oldenburg Der deutsche Pokalsieger gab sich die Ehre – und es durfte noch einmal ganz groß beim VfL Oldenburg gefeiert werden. Und egal, wen man am Samstagabend ansprach oder wo man hinhörte: Nach dem Pokal-Coup von Stuttgart und der Handball-Gala zum Saisonabschluss gegen den Bundesliga-Vorletzten Neckarsulmer Sportunion (46:22) war bei den Grün-Weißen die Aufbruchstimmung allgegenwärtig. Die Mannschaft von Trainer Niels Bötel präsentierte sich vor 1236 Zuschauern nochmals in Bestform und gab damit die perfekte Steilvorlage für die anschließende Fanparty im Foyer der kleinen EWE-Arena.

„Ich hatte nie das Gefühl, dass das Ding hier eng werde würde“, meinte eine strahlende Cara Hartstock: „Einfach perfekt. Nur sieben Gegentore in der ersten Halbzeit kassiert zu haben, besagt doch alles. Das war eine Bombenleistung.“ Ihr Trainer hatte den Grund für die Gala schnell parat: „Der Pokalsieg hat uns richtig Rückenwind gegeben. Heute hat man gesehen, was bei uns alles möglich ist, wenn wir mit Selbstvertrauen agieren“, attestierte Bötel seinem Team „eine starke Leistung“.

Und so fiel die Saisonbilanz rundherum positiv aus. Vor der Saison war aus wirtschaftlichen Gründen und mit dem Abschied von Trainer Leszek Krowicki der große Umbruch ausgerufen worden. Es folgte eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen und einem unfassbaren Verletzungspech. Nur einmal – und das auch für nur zehn Minuten – standen dem neuen Chefcoach Niels Bötel alle Spielerinnen zur Verfügung. Das Dilemma begann mit der schweren Verletzung von Isabelle Jongenelen gleich am ersten Spieltag beim 30:26-Sieg in Blomberg.

Saisonbilanz

Wie gesagt, die Oldenburgerinnen starteten furios in die Meisterschaft. Mit 10:4 Punkten nach sieben Partien rangierte das neuformierte Team im oberen Tabellendrittel. Die Hinrunde wurde auf Platz fünf abgeschlossen, dann aber folgte eine lange Durststrecke. In der Rückrunde gelangen lediglich zwei Heimsiege gegen Rödertal (11. Februar) und Neckarsulm (26. Mai).

Nicht eine einzige Niederlage kassierten die VfL-Frauen indes im DHB-Pokal. Nach souveränen Siegen gegen die unterklassigen Gegner HC Leipzig (35:22), HSG Hannover-Badenstedt (41:27) und HL Buchholz-Rosengarten (30:24) holten die VfL-Frauen beim „Final Four“ zum großen Paukenschlag aus: Im Halbfinale wurde die HSG Bad Wildungen (33:29) bezwungen, bevor im Endspiel gegen Bietigheim (29:28) die Sensation gelang.

Finanzen

Noch vor einem Jahr musste beim VfL Oldenburg um die Erstliga-Lizenz gezittert werden. Zwölf Monate später sieht die finanzielle Zukunft dagegen sehr viel rosiger aus. Der Etat für den Leistungshandball im Club (1. und 2. Mannschaft sowie Jugendteams) beläuft sich schätzungsweise auf etwas mehr als eine Million Euro. Dieses Gesamtbudget will Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL-Bundesliga GmbH, zwar nicht bestätigen, er sagt aber auch: „Unser Etat ist bis Juni 2019 gesichert.“

Abgänge

Fünf gestandene Bundesliga-Spielerinnen haben den VfL mit dem letzten Saisonspiel gegen Neckarsulm verlassen: Außer Julia Wenzl muss der neue deutsche Pokalsieger auch die Abgänge von Jennifer Winter (ebenfalls Karriereende), Madita Kohorst (TuS Metzingen), Malene Staal (Buxtehuder SV) und Simone Spur Petersen (HSG Bensheim) verkraften.

Zugänge

Annamaria Ferenczi (23), hinter Deutschlands Torfrauen-Legende Clara Woltering die Nummer zwei beim BVB, kommt aus Dortmund. Vom bisherigen Zweitligisten Union Halle-Neustadt (spielt 2018/19 in der Bundesliga) wechselt die Dänin Helena Egelund Mikkelsen (21), vom dänischen Erstligisten København Håndbold die Niederländerin Myrthe Schoenaker (25) zum Liga-Neunten. Mit beiden Rückraumspielerinnen wurde ein Vertrag bis jeweils Juni 2020 geschlossen.

Als neue Spielmacherin ist die österreichische Nationalspielerin Kristina Logvin (22) vom norwegischen Erstligisten Molde HK vorgesehen. Als weitere Rückraumspielerin steht das VfL-Talent Lisa-Marie Fragge (18) auch weiterhin im Kader. Zudem wird nach dem Karriereende von Winter das 18-jährige Eigengewächs Lina Genz die vakante Position auf Rechtsaußen übernehmen.

Kader für neue Saison

Der VfL wird erneut mit nur 14 Spielerinnen in die kommende Saison gehen. Sämtliche Verträge sind bereits gemacht. Andere Clubs verfügen über mindestens 16 oder sogar 20 Spielerinnen. Grundsätzlich gilt: Das Bundesligateam des VfL wird nochmals verjüngt, zudem stehen künftig fünf Eigengewächse im Erstligakader: Jenny Behrend, Jane Martens, Ann-Kristin Roller, Lisa-Marie Fragge und Lina Genz.

Otto-Ulrich Bals
Redaktionsleitung
Sportredaktion

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