Bayer Leverkusen Gewinnt Wunderhorn
VfL Oldenburg enttäuscht bei Heimturnier

Die VfL-Frauen verloren alle fünf Spiele. Trainer Bötel kündigte an, dass darüber noch sehr ernsthaft geredet werde.

Bild: Erik Hillmer
Nicht einen einzigen Sieg fuhren die Handballerinnen des VfL Oldenburg um Helena Egelund Mikkelsen beim Robert-Schumann-Turnier ein. Die Gastgeberinnen belegten dadurch den achten und somit letzten Platz.Bild: Erik Hillmer
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Oldenburg Der neue Wunderhorn-Sieger 2018 heißt Bayer Leverkusen. Im Finale des 33. Robert-Schumann-Turniers besiegte das Team von Trainer Robert Nijdam am frühen Sonntagabend in einer rasanten Partie den Bundesliga-Konkurrenten HSG Blomberg-Lippe mit 20:15 (9:7). Leverkusen feierte im dritten Anlauf den ersten Turniersieg in Oldenburg, Blomberg indes verpasste eine erfolgreiche Titelverteidigung. Gastgeber VfL Oldenburg, immerhin mit sechs Titeln Rekordsieger des Turniers, musste sich mit einem enttäuschenden letzten Platz zufriedengeben.

Fünf Spiele, fünf Niederlagen: Da war Frust angesagt bei den VfL-Frauen und der treuen Anhängerschaft. Die Fans jedenfalls konnten sich nicht daran erinnern, jemals ein Wunderhorn-Turnier erlebt zu haben, bei dem die Gastgeberinnen gänzlich ohne Sieg geblieben sind.

Trainer Niels Bötel kündigte an, nach dem Studium des Videomaterials mit seinen Spielerinnen Tacheles reden zu wollen. „Ich habe Dinge gesehen, die waren und sind so nicht akzeptabel“, ärgerte sich Bötel. Gemeint waren wohl das Abwehrverhalten sowie die Schludrigkeiten beim Torabschluss.

Von fünf Partien konnten die VfL-Frauen nicht eine Partie für sich entscheiden. Selbst das Spiel um Platz sieben gegen den Schweizer Erstligisten LK Zug (20:21) ging verloren – gegen den Gegner, der das Bötel-Team zu Turnierbeginn am Samstag beim 25:26 schon kalt erwischt hatte.

Einer guten, aber letztendlich viel zur kurzen Phase im zweiten Gruppenspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe (21:26) folgte gegen den schwedischen Vizemeister H65 Höör dann der Tiefpunkt. Nach einer kopflosen Vorstellung waren die VfL-Frauen mit der 14:25-Packung sogar noch gut bedient.

Im ersten Platzierungsspiel am Sonntagmorgen gegen Borussia Dortmund war dann Wiedergutmachung beim VfL angesagt. Doch auch der bislang stärkste Auftritt beim Robert-Schumann-Turnier reichte den Gastgeberinnen nicht zum ersten Erfolgserlebnis. „Man hat beiden Teams angesehen, dass sie den schlechten Eindruck vom ersten Tag unbedingt korrigieren wollten“, kommentierte BVB-Trainer Norman Rentsch den Dortmunder 20:17-Erfolg.

Auch die erstklassig besetzte Borussia konnte ihr spielerisches Potenzial oftmals nur andeuten und in Folge dessen ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. „An der Konstanz müssen wir noch arbeiten“, meinte Rentsch, dessen Planung ganz auf den Ligastart am 8./9. September ausgerichtet ist.

Ganz solange kann der VfL nicht warten, steht doch schon am 1. September in Nordhausen das Supercup-Duell mit dem deutschen Meister Thüringer HC auf dem Programm. Womöglich kommt die Partie zu früh für die VfL-Frauen, denn Fakt bleibt: Die neuformierte Mannschaft offenbarte noch etliche Abstimmungsprobleme. Wichtige Spielerinnen waren in der Vorbereitung immer wieder ausgefallen, so dass sich das Team nur unzureichend einspielen konnte.

So absolvierte die als Spielmacherin verpflichtete Kristina Logvin (Schulter-OP) beim Wunderhorn-Turnier ihre ersten Einsätze überhaupt für die Grün-Weißen. „Wir brauchen einfach noch Zeit, bis die Abläufe passen und alle Spielerinnen voll integriert sind“, befand Bötel, der das Turnier zum Einstudieren taktischer Varianten (siebte Feldspielerin, drei Kreisläuferinnen) und zum Austesten verschiedener Varianten im Mittelblock der Abwehr nutzte.

Es gab aber auch wenige Lichtblicke im VfL-Kader. In der früheren Dortmunder Torfrau Annamaria Ferenczi (24) und der aus Kopenhagen geholten niederländischen Rückraumspielerin Myrthe Schoemaker (26) standen beim Wunderhorn-Turnier zwei Neuverpflichtungen auf der Platte, die dem viermaligen deutschen Pokalsieger sofort helfen können.

Logvin, wie gesagt, ist eifrig dabei, noch vorhandene Rückstände zu kompensieren. Und von der Dänin Helena Egelund Mikkelsen (22), die vom Bundesliga-Aufsteiger Halle-Neustadt nach Oldenburg wechselte, wünscht man sich noch mehr Mut. Ihre knallharten Würfe stellten nicht nur Dortmunds Weltklassekeeperin Clara Woltering vor Probleme. Überhaupt zog sich beim VfL das Manko, viel zu verschwenderisch mit den Torchancen umzugehen, wie ein roter Faden durchs Turnier.

Wesentlich weiter in der Vorbereitung, sichtlich eingespielter und auch in personeller Hinsicht breiter aufgestellt präsentierten sich da Oldenburgs Ligarivalen Bayer Leverkusen und die HSG Blomberg. So war es auch nicht verwunderlich, dass diese beiden Teams am Sonntag im Finale zum Tanz um das Oldenburger Wunderhorn baten.

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