Oldenburg Fans, Offizielle, der Trainerstab und ihre Mitspielerinnen wissen es seit Jahren: Auf Julia Renner im Tor des VfL Oldenburg ist Verlass. Und so stand die 32-Jährige auch an diesem Sonntag wieder ihre Frau. Weil die Nummer zwei, Nele Reese, verletzungsbedingt gegen den Aufsteiger Mainz 05 nicht zur Verfügung stand, war Renner besonders gefordert. Resultat: Die VfL-Handballerinnen kamen gegen Mainz zum Abschluss der Hinrunde mit dem 38:32 (18:17) zum erhofften zweiten Saison-Heimsieg, doch der Anteil von Renner hielt sich diesmal in Grenzen.

Denn der Star des Tages war Renners Vertretung – die erst 16-jährige Gesa Neuendorff. Doch der Reihe nach: Die Oldenburgerinnen bekamen speziell in der ersten Halbzeit gegen Mainz keinen Zugriff. Zudem hatte Torfrau Renner nicht ihren allerbesten Tag. Die Meenzer Dynamites – so der selbst gewählte Kampfname – konnten deshalb ihre Zündkraft entfalten.

VfL Oldenburg - FSV Mainz 38:32

VfL Oldenburg Renner (5 Paraden), Neuendorff (6 Paraden), Meyer – Fragge 1, Teiken 1, Reinemann 1, Pichlmeier 8, Kannegießer 2/2, Martens 3, Steffen 5, Behrend 2, Roller, Schoenaker 2/1, Mikkelsen 10, Staal 3. FSV Mainz Schäfer (12 Paraden), Nina Kolundzic – Gangel 1, Bauer 4, Soffel 10/1, Hartstock, Platen 2, Tinti 1, Cipaian, Großheim 9, Burkholder 3, Fischer 2, Tina Kolundzic, Reißberg. Zeitstrafen VfL 2, FSV 2. Siebenmeter VfL 5/3, FSV 1/1.

Trainer Niels Bötel reagierte nach 14 Minuten (8:11) und beorderte die B-Jugendliche Neuendorff zwischen die Pfosten. Und die erst 16-Jährige erwischte einen Traum-Einstand bei ihrem Bundesligadebüt vor 1235 Zuschauern. Mit mehreren Paraden brachte sie ihr Team in die Spur zurück. Die Halle stand Kopf, und Helena Mikkelsen konnte den VfL in der 20. Minute (13:12) erstmals in Führung werfen.

Nach der Pause brachte Marie Steffen die Gastgeberinnen dann mit vier Treffern in Front (22:18/ 34.), doch auch das brachte keine Sicherheit und Ruhe in die Aktionen. Es ging wild hin und her, Mainz konnte immer wieder verkürzen (24:22 und 25:23). Bötel versuchte, die VfL-Deckung von außen wieder und wieder zu korrigieren. Nach 51 Minuten wurde die harte Abwehrarbeit endlich belohnt: Laura Kannegießer erzielte per Siebenmeter das 31:23, und der VfL nahm Kurs auf den zweiten Saison-Heimsieg. „Was Gesa heute gezeigt hat, war einfach nur super“, lobte die doppelt so alte Renner die junge Neuendorff.

Für die gute Stimmung in der Arena hatte zuvor schon die Bekanntgabe der Vertragsverlängerung der Kapitänin gesorgt. „Julchen“, die seit 2005 für den VfL spielt, verlängerte ihren auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr und avanciert damit zur dienstältesten Torfrau in der Bundesligageschichte des Clubs.

„Ich habe immer noch große Freude an dem, was ich tue. Es macht einfach Spaß mit dieser jungen Mannschaft. Na ja, und wenn wir dann auch noch gewinnen, ist es immer ein besonders schöner Moment“, meinte Renner bei Spielschluss und erfreute die kleinen Autogrammjäger einmal mehr mit ihrem einnehmenden Lächeln.

„Sie ist eine absolute Sympathieträgerin und hat für jeden im Team ein offenes Ohr, ist Anlaufstelle für die Belange ihrer Mitspielerinnen und stellt sich auch nach Niederlagen vor die Mannschaft. Eine echte Mannschaftsführerin eben“, schätzt Trainer Bötel die Qualitäten seiner Keeperin.

„Wir haben uns diese Entscheidung gewünscht. Julchen geht in ihre 16. Erstligasaison und wird unserer jungen Mannschaft mit ihrer Persönlichkeit und ihrer Erfahrung viel helfen können“, freuten sich unisono Bötel und sein Assistent Andreas Lampe. Für Peter Görgen, Bundesliga-Geschäftsführer des VfL, ist Julia Renner längst ein VfL-Urgestein. „Es gibt Spielerinnen, die kommen und gehen. Julchen wird immer Teil unseres Teams bleiben“, lobte Görgen die professionelle Einstellung der 32-jährigen Nummer eins.

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Otto-Ulrich Bals Autor
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