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Oldenburg „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ hallte es von der kleinen Gruppe mitgereister Gästefans aus der Ecke der Arena, während ihr Team sich jubelnd in den Armen lag. Die etwa 20 Fans der HSG Bad Wildungen übertönten mit ihren „Vipers! Vipers!“-Sprechchörchen deutlich die übrigen 800 Zuschauer, die vor Enttäuschung und vielleicht sogar vor Entsetzen über die Leistung ihres VfL Oldenburg schon lange mucksmäuschenstill waren.

„So dürfen wir uns nicht präsentieren“

Und auch die Spielerinnen des VfL hatte man schon lange nicht mehr so geknickt erlebt wie nach dieser in allen Belangen desaströsen 18:33 (9:15)-Heimniederlage gegen den Tabellenvorletzten aus Nordhessen. „So dürfen wir uns nicht präsentieren“, fand Rückraumspielerin Kathrin Pichlmeier dann auch deutliche Worte nach der Partie und analysierte: „Das war ein Kollektivausfall. Es hat von Minute eins nichts zusammengepasst, wir wussten gar nicht, was passiert und konnten uns zu keiner Zeit wehren.“

Weil aber bei den Gästen alles zusammenlief, wie HSG-Trainerin Tessa Bremmer im Anschluss betonte, nahm das Desaster für den VfL früh seinen Lauf. Den ersten Rückstand konnte Pichlmeier noch zum 1:1 ausgleichen, danach kassierte Oldenburg mit fast jedem Angriff der „Vipers“ einen Gegentreffer, ohne diesen zu kontern. Über 1:6 (8. Minute) stand es nach 23 Minuten 6:14 – auch, weil im Angriff die Spielsysteme nicht funktionierten und „wir viel zu viele freie Würfe vergeben und die Torhüterin angeworfen haben“, sagte Marie Steffen.

Am Ende stand für den VfL eine Wurfquote von 36 Prozent zu Buche, Bad Wildungen traf dagegen 72 Prozent. Dabei hatte allen voran Oldenburgs Myrthe Schoenaker Pech, die trotz sieben Fehlwürfen – sie traf dabei viermal den Pfosten – mit vier Treffern beste Oldenburger Werferin war. Aber auch Nationalspielerin Jenny Behrend erwischte einen gebrauchten Tag, von fünf Versuchen ging nur einer ins Tor, ein weiterer traf die Latte.

Abwärtsspirale

Auch in der zweiten Halbzeit bekam der VfL die Probleme sowohl in der Defensive als auch in der Offensive nicht in den Griff. „Uns hat ein kurzer Lauf gefehlt, an dem wir uns hätten hochziehen können“, meinte Steffen. Torfrau Julia Renner vermisste indes „das Kämpferische“.

Trainer Niels Bötel habe taktisch viel versucht, betonte Pichlmeier – er wechselte viel durch, schickte auch mal viele junge Spielerinnen auf die Platte, ließ offensiv verteidigen – doch nichts fruchtete wirklich. Malene Staal sorgte nach ihrer Einwechslung mal für ein deutlich höheres Tempo, jedoch vergab auch sie vier von sechs Torwürfen. Wenn man merke, dass der Wurm drin ist, sei es schwer, da rauszukommen, meinte Pichlmeier, von einer „Abwärtsspirale“ sprach Steffen.

„Ab dem Training zählt das nächste Spiel“

Und in noch einem Punkt waren sich alle einig: Das kann man so nicht stehen lassen, das muss aufgearbeitet werden. Am Donnerstag wurde also das Spiel noch einmal zusammen angeschaut und darüber gesprochen. Dann aber gelte es, die Partie ganz schnell abzuhaken, meint Pichlmeier: „Das muss vor dem Training passieren, ab dem Training zählt das nächste Spiel. Dann heißt es Kopf hoch, ohne wenn und aber.“

Bis zur nächsten Partie ist noch etwas Zeit, erst am Freitag, 24. Januar (19.30 Uhr), treten die VfL-Frauen zum schwierigen Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen an. „Da müssen wir eine andere Mannschaft zeigen“, betonte Pichlmeier, die aber zuversichtlich ist: „Bei einer jungen Truppe gehört so eine Niederlage dazu. Aber wir haben ganz viel Potenzial und es macht sehr viel Spaß!“

Am Mittwochabend jedoch hatten die Bad Wildungerinnen und ihre Fans deutlich mehr Spaß.

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Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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