Magdeburg Es war der 10. Mai 2018: Lukas Mertens hatte sich inzwischen als Zugang beim Spitzenclub SC Magdeburg in der Handball-Bundesliga durchgesetzt, erzielte in 31 Partien 50 Tore. Im Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen reißt ihm aber vier Spieltage vor Saisonschluss das Kreuzband im Knie. Neun bis zwölf Monate Pause – das Horrorszenario für einen jungen, aufstrebenden Spieler wie ihn. Trotz der Verletzung verlängerte Magdeburg danach den Vertrag mit dem 22-Jährigen um weitere vier Jahre. Jetzt ist Mertens auf dem Weg zurück auf die Platte – und bekommt Unterstützung von einem alten Bekannten.

Vier Jahre beim WHV

Etwas über ein Jahr ist es her, dass Lukas Mertens mit damals 21 Jahren den nächsten Karriereschritt machen wollte und zum SC Magdeburg wechselte. Vier Jahre hatte er in der ersten Mannschaft des Wilhelmshavener HV gelernt – von Christian Köhrmann. Auch heute ist der WHV-Trainer noch ein wichtiger Kontakt im Smartphone von Mertens: „Chrissi (Köhrmanns Spitzname, Anm. d. Red.) und ich telefonieren des Öfteren. Es wird sich ausgetauscht, wie es einem geht“, verrät Mertens. Auch kurz nach seiner schweren Knieverletzung klingelte das Handy: „Er hat mich direkt angerufen und mir Mut zugesprochen.“

Gleichwohl das Thema Wilhelmshaven sportlich für Mertens zumindest erst einmal beendet ist – persönlich ist es das nicht. Am vergangenen Samstag war er als Zuschauer dabei, als seine früheren Kollegen in der Nordfrost-Arena mit einem 35:34-Heimsieg gegen die Rhein Vikings in die Saison starteten. „Außerdem werden die Spiele der 2. Bundesliga ja live im Internet gezeigt“, sagt Mertens: „Die gucke ich mir an, wenn es mir mein Spielplan erlaubt.“ Durch seinen Kreuzbandriss, der ihn noch mindestens bis zur Rückrunde ausfallen lässt, kann er in den nächsten Wochen öfter die Auftritte seines Heimatvereins verfolgen.

Dass der SC Magdeburg Mertens Vertrag trotz der Schwere der Verletzung um gleich vier Jahre verlängerte, spricht für die Entwicklung, die der Linksaußen in der abgelaufenen Saison gemacht hat. Außergewöhnlich findet das auch Köhrmann, der aber augenzwinkernd hinzufügt: „Ich hoffe nicht, dass er sich durch die Verletzung über den Tisch ziehen lassen hat.“ Mertens kann seinem alten Coach diese Angst nehmen: „Wir waren auch schon vor der Verletzung in guten Gesprächen – und ich hätte auch fit unterschrieben.“

Um schnellstmöglich wieder gesund zu werden, verfolgt Mertens einen straffen Zeitplan. „Ich war drei Wochen in der Nähe von Regensburg in der Reha. Jetzt arbeite ich vormittags im Therapiezentrum und nachmittags im Training individuell“, sagt der Student, der mit einem Schmunzeln verrät: „Es ist schwierig, das alles mit der Uni unter einen Hut zu bekommen. Wenn man diszipliniert ist, geht es aber.“

Rückkehr erst in 2019

Diszipliniert scheint Mertens zu sein. Das wird man spätestens im Februar beim Rückrundenauftakt der Bundesliga sehen. „Ich bin mir sicher, dass er sich schnell wieder im Bundesligaalltag zurecht finden wird“, sagt Köhrmann. Hoffentlich – für Mertens und für Magdeburg.

Der Frage, ob er ein großes Ziel vor Augen habe, entgegnet der 22-Jährige demütig: „Das große Ziel ist, wieder auf dem Feld zu stehen.“ Nur, um dann doch noch eine kleine Kampfansage loszuwerden: „Ich möchte mit Magdeburg Titel holen.“

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