Leipzig Das mit der Nachtruhe ist momentan so eine Sache bei Christian Prokop. Doch es sind weniger die kniffligen EM-Entscheidungen, die dem Handball-Bundestrainer kurz vor der Kader-Bekanntgabe am Freitag zu schaffen machen. „Schlaflose Nächte habe ich nicht“, sagt Prokop: „Aber kurz sind sie, da unsere Kinder jeden Tag sehr früh aufstehen wollen.“

So hat der 40-Jährige noch ein bisschen mehr Zeit, um an der perfekten Besetzung für den deutschen Medaillentraum zu tüfteln. Eine kleine Sensation könnte es im Tor geben, wo Johannes Bitter neun Jahre nach seinem Rücktritt womöglich vor einem spektakulären Comeback im DHB-Team steht. Der in Oldenburg geborene Weltmeister von 2007, der seine Profikarriere einst bei der HSG Varel (Kreis Friesland) und beim Wilhelmshavener HV startete, darf sich berechtigte Hoffnungen auf ein Ticket für das Turnier in Norwegen, Österreich und Schweden machen.

„Jogi Bitter spielt eine Rolle und ist nicht nur eine Backup-Nominierung, auf keinen Fall“, sagt Prokop. Bitter bringe „konstant starke Leistungen in Stuttgart. Zudem ist er ein Spieler mit einer gewissen Aura und großer Erfahrung. Er ist ein ernstzunehmender Kandidat.“

Am Freitag, knapp drei Wochen vor dem deutschen EM-Auftaktspiel gegen die Niederlande, wird Prokop sein Geheimnis lüften und preisgeben, welche beiden Torhüter das EM-Gespann bilden. Neben Bitter hoffen Silvio Heinevetter (Füchse Berlin) und Dario Quenstedt (THW Kiel) auf den Platz an der Seite von 2016-Europameister Andreas Wolff, der gesetzt ist.

Die Festlegung auf Wolff als klare Nummer eins wird es im Gegensatz zum vergangenen Jahr diesmal aber nicht geben. Zumindest vorerst nicht. „Das halte ich mir offen. Ich bin froh, dass ich aus vier starken Torhütern wählen kann“, sagte Prokop.

Bitter war nach der WM 2011 aus familiären Gründen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, er kehrte im Juni 2014 lediglich für die Playoffs der WM-Qualifikation zurück. Vor den ersten beiden Turnieren (EM 2018, WM 2019) unter Coach Prokop gehörte Bitter jeweils zum erweiterten Kader, stand dann aber beide Male nicht im finalen Aufgebot.

Neben der Wahl der Torhüter birgt die Entscheidung auf Rechtsaußen Spannung. Patrick Groetzki (30) und Tobias Reichmann (31) rangeln mit Youngster Timo Kastening (24) um zwei Plätze. Als Alternativen im Mittelblock kommen Johannes Golla (Flensburg) oder der gebürtige Bremer Finn Lemke (Melsungen) infrage. „Auf zwei, drei Positionen gibt es noch Entscheidungen zu treffen“, sagte Prokop und betonte, dass bei der Beurteilung sogar der Bundesliga-Spieltag am Donnerstag eine Rolle spielen könnte.

Jogi Bitter wird die letzte Runde des DHB-Castings entspannt verfolgen. Der 37-Jährige hat spielfrei, seine Bewerbung steht: Mit 172 Paraden führt er die Torhüter-Rangliste an. Auch die 21 gehaltenen Siebenmeter sind ligaweit Bestwert.

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