Köln Patrick Wiencek wartete schon ungeduldig auf seine Familie, Paul Drux freute sich auf das Dschungelcamp mit seiner Favoritin Leila Lowfire, und Bundestrainer Christian Prokop relaxte in der Sauna: Nachdem sie in der Nervenschlacht gegen Kroatien (22:21) ihr Traumziel WM-Halbfinale erreicht hatten, durften die deutschen Handballer am trainingsfreien Dienstag tun und lassen, was sie wollten.

„Es ist wichtig, jetzt runterzukommen und Kräfte zu sammeln“, sagte Prokop, der das ursprünglich angesetzte Nachmittagstraining nach einer ganz offensichtlich sehr kurzen Nacht gestrichen hatte: „Das ist unser Anlauf für den Endspurt.“ Ein Endspurt, den das Team am kommenden Wochenende unbedingt mit der ersten WM-Medaille seit dem goldenen Wintermärchen vor zwölf Jahren krönen möchte.

Und so will Prokop das „nur“ noch für den Gruppensieg relevante abschließende Hauptrundenspiel gegen Europameister Spanien an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) nutzen, um „die Kräfte gut zu verteilen und alle ins Spiel zu bringen“. Soll heißen: Auch die zweite Reihe wird ihre Chance bekommen.

Ein neues Gesicht werden die knapp 20 000 Zuschauer in der Köln-Arena auf jeden Fall sehen: Lemgos junger Spielmacher Tim Suton wurde für den verletzten Martin Strobel nachnominiert.

Strobel, für den die Reise nach einem Innenband- und Kreuzbandriss im linken Knie nicht zum Halbfinale nach Hamburg, sondern in den OP-Saal führt, verabschiedete sich beim letzten gemeinsamen Essen mit einer hochemotionalen Rede. „Er hat sich für die geile Zeit bedankt und uns alles Gute gewünscht“, sagte Prokop. DHB-Vizepräsident Bob Hanning gestand, dies sei für ihn „einer der bewegendsten Momente im Sport“ gewesen: „Ich habe ein paar Tränen verdrückt.“

Es dürften auch ein paar Freudentränen dabeigewesen sein, denn Hanning sieht den deutschen Handball „wieder in der Weltspitze, nicht nur dran, sondern mittendrin.“

Der Gegner im Halbfinale am Freitag steht noch nicht fest, er ist Prokop und seinem Team aber zumindest in der offiziellen Sprachregelung egal. „Wir nehmen es, wie es kommt“, sagte der Trainer. Dänemark, Norwegen und Schweden kommen in Frage, „alles starke Gegner“, stellte Prokop fest, und Hanning fügte hinzu: „Je stärker der Gegner, desto besser die Entwicklung der Mannschaft.“

In der Halle am Hamburger Volkspark sorgen im Vergleich mit Köln 6500 Zuschauer weniger für Stimmung. Danach geht es für das Medaillenspiel in die dänische Handball-Hochburg Herning. „Der einzige Fehler dieser WM ist, dass das Finale nicht in Köln stattfindet“, scherzte Hanning.

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