Leipzig Glanzvolle Rückkehr aufs Parkett: Angeführt vom Torwart-Titan Andreas Wolf hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei ihrem ersten Auftritt nach dem EM-Triumph ein Meisterstück abgeliefert. Die „Bad Boys“ deklassierten Vize-Weltmeister Katar in Leipzig mit 32:17 (17:9) und nahmen erfolgreich Revanche für die 24:26-Niederlage im WM-Viertelfinale.

„Es war sehr, sehr gut heute. Wir haben sehr konzentriert gespielt“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson in der ARD. Auch Kapitän Uwe Gensheimer war zufrieden: „Wir haben schon in der Trainingswoche voll durchgezogen und sind glücklich, es auch gegen Katar auf die Platte gebracht zu haben.“

Vor 7000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Leipziger Arena zeigte sich das DHB-Team schon wieder in EM-Form und hatte in Gensheimer, Simon Ernst, Patrick Groetzki und Johannes Sellin (alle vier) seine besten Schützen. Der überragende Wolf hielt in der ersten Halbzeit drei Siebenmeter und brachte die Gäste mit seinen Paraden zum Verzweifeln.

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Eine solide Leistung bot Torwart-Rückkehrer Silvio Heinevetter, der wegen Formschwäche für die EM nicht nominiert war. Der Berliner Schlussmann stand nach der Pause zwischen den Pfosten, kam an Wolf aber nicht heran. Insgesamt standen elf Europameister auf der Platte. Am Sonntag (15.00 Uhr/Sport1) kommt es in Berlin zum zweiten Test gegen Katar. Dann fehlt allerdings Linkshänder Kai Häfner, der eine Verletzung an der Wurfhand erlitt. Für den 26-Jährigen nominierte Sigurdsson den Melsunger Michael Müller nach.

Von Beginn an bewies die DHB-Auswahl, dass der EM-Titel vor 40 Tagen kein Zufallstreffer war. Sigurdssons Mannschaft spielte vorne den Ball ruhig und abgeklärt so lange durch die eigenen Reihen, bis der richtige Schütze frei war. Schnell setzten sich die Gastgeber mit 6:1 (10.) und 9:4 (16.) ab. Viele Zuschauer fühlten sich an das souveräne EM-Finale erinnert.

Im Anschluss hatte der Europameister eine kleine Schwächephase, und Katar hätte auf 8:11 verkürzen können. Doch der zweimalige Asienmeister vergab leichtfertig, kam weiter nicht richtig ins Spiel, Deutschland eilte bis zur Pause auf 17:9 davon.

Stark präsentierte sich auch die Abwehr mit Finn Lemke und Julius Kühn. Der 2,10-m-Riese Lemke aus Magdeburg, eigentlich nur in der Abwehr auf dem Feld, war auch in der Offensive treffsicher. Der Gummersbacher Kühn setzte auch vorne im Rückraum gekonnt Akzente.

Bundestrainer Sigurdsson hatte die Partie gegen Katar zum ersten Härtetest für die Olympischen Spielen (5. bis 21. August) ausgerufen. Nur 14 Plätze stehen für den Rio-Kader bereit. Auch Kapitän Gensheimer und sein Mannheimer Team-Kollege Groetzki sprühten nach ihrem Fehlen bei der EM vor Spielfreude und unterstrichen ihre Ambitionen auf ein Olympia-Ticket.

Katar zeigte nur ansatzweise, dass der zweimalige Asienmeister in Rio als Medaillenanwärter gehandelt wird. Der Großteil des Kaders besteht aus eingebürgerten Top-Spielern. Einige von ihnen wie Keeper Goran Stojanovic haben auch in der Bundesliga ihre Spuren hinterlassen. Bei der Heim-WM 2015 wurde das Emirat Vize-Weltmeister, in Rio will das kleine Emirat nach Aussage seines spanischen Star-Trainers Valero Rivera „mindestens ins Viertelfinale“ kommen.

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