Frauen-Handball
Bundesliga-Neustart mit vielen Fragezeichen

Das Transferkarussell hat ordentlich rotiert in der Handball-Bundesliga. Davon profitieren jedoch in erster Linie einige wenige Teams. Wo ordnet sich Oldenburg ein?

Bild: Piet Meyer
Angie Geschke mit VfL-Trainer Niels BötelBild: Piet Meyer
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Oldenburg Beim ersten Blick auf die Landkarte der Frauen-Bundesliga hat sich in Handball-Deutschland nicht viel getan. 13 der 14 Clubs sind geblieben. Einzig Zweitliga-Vizemeister Union Halle-Neustadt ging das wirtschaftliche Risiko ein und wagte den Sprung ins Oberhaus. „Das ist aktuell die größte Sorge der Liga“, sagt Oldenburgs Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL-Bundesliga GmbH, „dass sich kaum noch Zweitligisten finden lassen, die aufsteigen wollen.“ So fehlt in der an diesem Wochenende beginnenden Saison 2018/19 der letztjährige Zweitligameister (Rosengarten). Stattdessen hielt die Neckarsulmer Sport-Union als Bundesliga-13. die Klasse.

Top-Teams noch stärker?

Womit wir schon beim zweiten Blick auf die Liga wären. Denn eben dieses Neckarsulm hat das getan, was das Gros der Vereine in der Transferphase gemacht hat: Die Kader wurden erneuert und verstärkt. Bei Fast-Absteiger Neckarsulm etwa gingen zehn Spielerinnen, sieben wurden neu verpflichtet. „Es hat sich insgesamt viel getan. Da kommt vielleicht die eine oder andere Überraschung auf uns zu“, sagt Oldenburgs Trainer Niels Bötel, der beim VfL selbst fünf neue Spielerinnen integrieren muss und als Folge mit einem nahezu komplett anderen Rückraum an den Start geht.

Und auch in diesem Punkt sind sich die Kenner der Liga einig: Nach den Sommer-Transfers dürfte sich die Dominanz der Spitzenteams nochmals vergrößern. Auch wenn das jüngste Supercup-Duell zwischen Meister Thüringer HC und Pokalsieger Oldenburg, das klar zu Gunsten des THC ausging (35:23), nicht überbewertet werden soll, so darf die Partie schon als Fingerzeig für die neue Saison verstanden werden.

Das Meisterteam von Erfolgscoach Herbert Müller und der Dauerrivale SG Bietigheim, der nach eigenen Aussagen mit der Verpflichtung der Ex-Oldenburgerin Laura van der Heijden (FTC Budapest) einen Königstransfer tätigte, sollten Platz eins und zwei unter sich ausmachen. THC-Trainerfuchs Müller wiegelt zwar ab: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir so sensationell durchmarschieren wie in der vergangenen Spielzeit.“ Doch aus der Favoritenrolle kommt er ebenso wenig heraus wie sein Kollege aus Bietigheim, Leipzigs Ex-Trainer Martin Fruelund Albertsen.

Andere ambitionierte Clubs haben die Trainer ausgetauscht. „Da wird es einige Neuerungen in den Teams geben. Und wir werden sehen, wie die Systeme letztendlich passen und funktionieren“, überlegt VfL-Coach Bötel.

Einen ersten Eindruck konnte er sich schon beim Vorbereitungsturnier um das Oldenburger Wunderhorn machen. Die Trainer Norman Rentsch (Borussia Dortmund), Robert Nijdam (Bayer Leverkusen) und Steffen Birkner (HSG Blomberg-Lippe) konnten dabei auf erstklassige Kader zurückgreifen und ihr enormes Potenzial andeuten.

Nicht anders ist die Situation bei der TuS Metzingen. Als Hoffnungsträger wurde Wunschtrainer Andre Fuhr aus Blomberg nach Baden-Württemberg geholt. Der Vorjahresfünfte, der zudem Deutschlands große Torfrauen-Hoffnung Madita Kohorst aus Oldenburg verpflichtete, verfügt über einen Luxuskader, gespickt mit etlichen deutschen Nationalspielerinnen.

VfL peilt Platz neun an

Da wundert es wenig, wenn Dirk Leun, Trainer des Buxtehuder SV, im Brustton der Überzeugung sagt: „Die ersten drei Plätze sind Thüringen, Bietigheim und Metzingen vorbehalten.“ Leun strebt mit seinem BSV einen Mittelfeldplatz an. Der Vorjahresdritte muss immerhin den Abgang von Supertalent Emily Bölk (Thüringen) verkraften.

Nimmt man Frisch Auf Göppingen, die HSG Bad Wildungen und den ebenfalls verstärkten TV Nellingen hinzu, so stellt sich zwangsläufig die Frage: Wo bleibt der Pokalsieger aus Oldenburg? „Wir reden nicht von Platz sechs oder sieben. Um da hinzukommen, muss bei uns alles passen und bei vielen Clubs umso weniger“, überlegt Trainer Bötel.

Beim zweiten Blick auf die noch jungfräuliche Bundesliga-Tabelle wird der Ingenieur für Sicherheitstechnik konkreter: „Ein einstelliger Tabellenplatz wie im Vorjahr muss unser Ziel sein.“

Wir erinnern uns: Oldenburg wurde Neunter – und dazu deutscher Pokalsieger. Das aber ist eine ganz andere Geschichte.

Lesen Sie auch: „Alle hauen sich voll rein“, NWZ-Interview mit VfL-Trainer Niels Bötel

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