Niels Bötel (31) gewann gleich in seinem ersten Jahr als Cheftrainer des VfL Oldenburg den DHB-Pokal. Er warnt nun vor überzogenen Erwartungen.

Frage: Herr Bötel, Sie und Ihre Mannschaft starten als amtierender Pokalsieger in die Saison. Bedeutet dieser Titel mehr Last oder Lust?
Niels Bötel: Ich sag es mal so: Wir freuen uns, wenn es nach der langen Vorbereitung endlich losgeht. Andererseits sollten wir den Titel Pokalsieger nicht zum Maßstab erheben. Wir alle wissen: Der Titel war nicht geplant, er kam überraschend. Und nun sollten wir nicht den Fehler machen, von der jetzigen Mannschaft Platz vier oder den erneuten Titelgewinn zu erwarten. Fakt ist doch, wir arbeiten mit einem völlig neuformierten Team, das sich erst finden muss und bei dem jeder Ausfall stärker ins Kontor schlägt als bei einem Team mit einem breiteren Kader.
Frage: Fakt ist aber auch, dass auf den VfL nach sehr durchwachsener Vorbereitung ein schweres Auftaktprogramm wartet.
Bötel: Das stimmt. In Halle-Neustadt, gegen Buxtehude, in Göppingen, gegen Thüringen: Das sind Gegner, gegen die man nicht punkten muss, aber etwas holen kann. Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Wir wissen auch, dass wir noch deutlich Potenzial nach oben haben. Dazu brauchen wir Geduld und die Unterstützung unserer Fans.
Frage: Machen Sie sich Sorgen?
Bötel: Nein. Alle Spielerinnen hauen sich im Training voll rein. Es geht im Grunde nur um ein paar Kleinigkeiten in den Abläufen. Bei dem in der Bundesliga gebotenen Tempospiel fühlen sich zehn Zentimeter Abstand ganz schnell wie ein Kilometer an. Das ist so und kann schnell zu hohen Rückständen führen. Wichtig ist es für mich zum Saisonstart deshalb erst einmal, dass wir uns mit unseren jungen Spielerinnen so schnell wie möglich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle festsetzen.
Otto-Ulrich Bals Autor
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