Oldenburg Als die Ligarivalen Buxtehuder SV und Borussia Dortmund um das Oldenburger Wunderhorn kämpften, saßen die Gastgeberinnen bereits frisch geduscht auf der Tribüne. Mit der Titelvergabe hatten die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg dieses Mal nichts zu tun. Das ersatzgeschwächte Team verpasste erstmals seit Jahren das Halbfinale des vereinseigenen Robert-Schumann-Turniers und wurde am Ende Siebter. Den wohlverdienten Schluck aus dem von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann überreichten Wunderhorn genehmigten sich die Gäste aus Buxtehude. Sie gewannen das Traditionsturnier zum dritten Mal nach 2004 und 2014. Im Finale setzte sich der BSV am Sonntag mit 21:18 gegen den BVB durch.

Stimmen

Angie Geschke (VfL Oldenburg): Wir haben das Beste aus unserer vertrackten Situation gemacht. Nun hoffen wir, dass zum Saisonstart in Buxtehude alle Verletzten wieder an Bord sind.

Ildiko Barna (Trainerin Borussia Dortmund): Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir hier in das Finale einziehen. Man hat unser Potenzial gesehen. Das Turnier war für uns eine wichtige Standortbestimmung.

Annika Meyer (Buxtehuder SV): Unsere Vorbereitung ist gut verlaufen, wir sind von Verletzungen verschont geblieben. Auch wenn es derzeit gut läuft, werden wir unsere Saisonziele erst später definieren. In Buxtehude habe ich mich nach meinem Wechsel vom VfL gut eingelebt.

„Ein schönes Gefühl“, freute sich Trainer Dirk Leun: „Ich bin mit der Entwicklung meiner Mannschaft zufrieden. Es war bereits viel Präzision in unserem Spiel.“

Als Knackpunkt erwies sich für die VfL-Frauen die letzte Vorrundenpartie gegen den früheren Europapokal-Rivalen und Titelverteidiger HC Lada Togliatti. Der ersatzgeschwächten Mannschaft von Trainer Leszek Krowicki ging buchstäblich die Luft aus. Mit 11:9 hatte der VfL nach 23 Minuten noch geführt, fünf Minuten vor der Schlusssirene war beim 13:16-Rückstand die Vorentscheidung zugunsten der Russinnen gefallen.

Die Oldenburgerinnen unterlagen mit 16:19 und rutschten damit auf Platz drei in der Vorrundengruppe ab. Krowicki musste in dieser Partie kurzfristig auch Kim Birke ersetzen, die wegen starker Bauchschmerzen nicht auflaufen konnte. Besonders in der Deckung verrieten die Gastgeberinnen nach dem Ausfall der Stammkräfte Kelly Dulfer (Olympia) und Angie Geschke (Adduktoren) immense Abstimmungsprobleme, die die überaus hart agierenden Lada-Spielerinnen konsequent zu Torerfolgen nutzten.

Wunderhorn-Turnier: Kelly Dulfer zeigt auf der Bank großen Einsatz

Zudem fiel auch noch Spielmacherin Caroline Müller mit einer Muskelverletzung am Arm aus. „So viele Verletzte in einer Vorbereitung habe ich als Trainer noch nie erlebt“, sagte Krowicki. Doch das Team biss sich durch und gewann schließlich noch das Spiel um Platz sieben gegen den tschechischen Meister Banik Most mit 16:11. In Inger Smits stellte der VfL immerhin die beste Spielerin und beste Torschützin des Turniers (32 Treffer).

„Das frühe Aus des VfL war schade und hat uns sicherlich ein paar Zuschauer gekostet“, bedauerte Turnierchefin Heike Horstmann. Nach Vereinsangaben verfolgten rund 850 Besucher das Geschehen an beiden Turniertagen. „Wir haben guten und spannenden Handball gesehen“, lobte Horstmann die Leistungen des ausgeglichenen Teilnehmerfeldes. In zwei Wochen wird es dann ernst beim Ligastart, wenn der VfL beim Wunderhorn-Sieger Buxtehude gastiert.


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Otto-Ulrich Bals Autor
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