Augusta (dpa) - Das grüne Jackett bleibt auch in Zukunft den Männern vorbehalten. Und ein Damen-Masters wird es ebenfalls nicht sein.

Doch dass der elitäre Augusta National Golf Club im April 2019 überhaupt ein Turnier für Golferinnen ausrichten will, ist eine große Überraschung in dieser von Männern dominierten Sportart.

72 Amateur-Spielerinnen sollen dabei abschlagen, quasi als Vorprogramm für das wenige Tage später folgenden Masters der Herren. "Wir sind uns sicher, dass dieses Event einen erheblichen und andauernden Einfluss auf die Zukunft des Damen-Golf haben wird", sagt der neue Vorsitzende des Golfclubs, Fred Ripley. Mit der Zeit könnten davon auch die Profi-Damen profitieren.

Frauen und der Augusta National Golf Club - bisher passte das nicht so recht zusammen. Der amerikanische Golfclub ist einer der elitärsten der Welt. Er wurde 1932 gegründet und war 80 Jahre lang reine Männersache. Erst nach jahrzehntelanger Debatte nahm der Privatclub 2012 die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice und die Unternehmerin Darla Moore als erste Frauen auf. Die Ausrichtung eines Damen-Turniers im kommenden Jahr gleicht da einem Quantensprung.

In der Vergangenheit hatte sich der Club dazu auch noch deutlich zurückhaltender geäußert. Als Golferin Paula Creamer vor drei Jahren ein eigenes Damen-Masters an der Magnolia Lane ins Gespräch brachte, erhielt sie viel Zustimmung von ihren Followern bei Twitter, nicht aber vom Augusta National. "Wir haben eine sehr kurze Saison für die Mitglieder, das sind nur sieben Monate", sagte der damalige Vorsitzende Billy Payne. Die Vorbereitung und Durchführung des Herren-Masters nehme schon viel Zeit in Anspruch. "Ich glaube nicht, dass wir hier jemals ein weiteres Turnier ausrichten werden."

Ein Damen-Masters wird die Premiere der Augusta National Women's Amateur Championship zwar nicht, aber eine kleine Kehrtwende ist es dennoch, die da vollzogen wird. Geplant ist ein internationales Starterfeld von 72 Spielerinnen, das Turnier geht über drei Runden. Die ersten beiden werden auf einem Golfplatz in der Nähe des Augusta National Golf Clubs gespielt. Die besten 30 Spielerinnen qualifizieren sich für die Finalrunde auf dem legendären Platz an der Magnolia Lane.

Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen vor allem positiv aus. "Fantastisch! Das wird die nächste Generation der Spielerinnen inspirieren und den Blick der Welt auf das Damen-Golf grundlegend verändern", twitterte etwa Suzy Whaley, Vize-Präsidentin der Professional Golfers' Association (PGA) und damit die erste gewählte Frau in einem PGA-Amt.

Die ehemalige schwedische Golferin und zehnmalige LPGA Major-Siegerin Annika Sörenstam bezeichnete die Entscheidung als "historisch". "Ich bin schon gespannt auf dieses Turnier für die jungen Spielerinnen", sagte die Schwedin. Sörenstam und Whaley spielten beide als erste Frauen seit 1945 bei einem Turnier der PGA-Tour im Jahr 2003.

Die Frauenrechtlerin Martha Burk hieß den Golfclub spöttisch im 20. Jahrhundert willkommen. "Es ist Zeit, dass die Grünen Dinos erkennen, dass auf der Welt sowohl Frauen als auch Männer leben." Burk hatte sich viele Jahre mit dem Golfclub gestritten, weil Frauen nicht Mitglied werden konnten.

Auch wenn die "New York Times" schon spekuliert, dass der Wettbewerb das meist-beobachtete Damen-Golfturnier werden wird, muss die Veranstaltung ihren wahren Einfluss auf die Golfwelt noch unter Beweis stellen. Der Augusta National Golf Club spricht jedenfalls schon vom Kultstatus, den vor allem die Trophäe bekommen soll - auch wenn es eben keines der grünen Jacketts zu gewinnen gibt. Unverkennbar werde die Trophäe sein, verspricht Ridley. Und "sehr, sehr schön".

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