Wildeshausen Mit bundesweit rund fünf Millionen betroffene Frauen und Männer ist die Arthrose in Deutschland die am weitesten verbreitete Gelenkerkrankung. Typische Symptome wie Schmerzen und Funktionseinschränkungen treten mehr oder weniger stark ausgeprägt besonders häufig an den Händen, Knien und Hüften auf. Entsprechende Probleme können aber auch an allen anderen Gelenken und nicht selten an mehreren zugleich auftreten, berichtet die Deutsche Arthrose-Hilfe e.V.

Ein Großteil der Erkrankungen entsteht durch Verschleiß, was medizinisch als primäre Arthrose bezeichnet wird. Das Erkrankungsrisiko nimmt daher im höheren Alter deutlich zu. Während der Anteil der Betroffenen bis zum 30sten Lebensjahr nur bei 1,6 Prozent liegt, klagt ab 60 etwa jeder Dritte über regelmäßige Arthrose-bedingte Beschwerden. Dabei zeigen aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen, dass Frauen deutlich häufiger wie Männer unter einer Arthrose der Finger- und Kniegelenke leiden.

Eine Arthrose macht sich insbesondere durch Gelenkschmerzen- und Entzündungen sowie Schwellungen bemerkbar. Die Probleme entstehen, wenn die auf den Gelenkoberflächen wie ein Puffer sitzende Knorpelschicht durch Belastung so abgenutzt ist, dass sie das Gelenk nicht mehr ausreichend schützen kann.

Knorpel ist zerfasert

„Bei einer fortgeschrittenen Arthrose ist der Knorpel zerfasert. Letztlich reibt dann Knochen auf Knochen, was die Gelenksubstanz weiter schädigt und bei jeder Bewegung große Schmerzen verursacht“, erklärt Dr. Philipp Werner, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie des zertifizierten EndoProthethikZentrums der Maximalversorgung im Krankenhaus Johanneum Wildeshausen: „Viele Arthrose-Patienten leben mit einem hohen Leidensdruck, weil jede Belastung des erkrankten Gelenks zu einer Qual wird.“

Häufigste Ursache ist eine langjährige körperliche Belastung. Als weitere Gründe neben dem Verschleiß nennen medizinische Fachgesellschaften die sekundären Formen einer Arthrose, zu denen die Folgen eines Unfalls und eine angeborene Schwäche oder Fehlform der Gelenke zählen. Gleich ist bei den unterschiedlichen Formen, dass daraus resultierende Beschwerden wie Morgensteifigkeit, Belastungsschmerz, Gelenkschwellungen sowie mitunter auch eine Wetterfühligkeit bei den meisten Betroffenen im Laufe der Zeit zunehmen.

Es kann aber auch sein, dass eine Arthrose weitgehend symptomfrei verläuft und wenn überhaupt im Rahmen der Abklärung einer anderen Erkrankung erkannt wird, berichtet Dr. Werner: „In diesen Fällen gibt es normalerweise keinen Grund für eine operative Intervention.“

Auch nachts Schmerzen

Falls die Gelenkerkrankung aber zu Beschwerden führt, werden die Schmerzen immer stärker und treten bei vielen Patienten schließlich auch nachts auf, wenn der Körper im Ruhezustand ist. Außerdem versteifen die Gelenke und verlieren an Beweglichkeit. Als Spätfolge einer Arthrose werden neben dem Knorpel oft auch andere Bereiche wie Bänder und Sehnen sowie der Knochen geschädigt.

Mit einer frühzeitigen Diagnose und Therapie durch einen mit der Erkrankung vertrauten Haus- bzw. Facharzt lassen sich Schädigungen und Beschwerden zumeist begrenzen, betont Dr. Werner. Das wichtigste Ziel der Arthrose-Behandlung sei immer, dem Patienten eine möglichst hohe Lebensqualität zu schaffen.

NWZonline.de/gesundheit
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