Frage: Was ist eine Geburt in Steißlage?

Augenstein: Die Kinder werden mit dem Steiß zuerst geboren und nicht wie sonst mit dem Kopf. Erst kommen die Füße, dann der Oberkörper und die Arme, zuletzt kommt der Kopf. Fünf Prozent aller Kinder kommen so zur Welt.

Frage: Gibt es mehr Risiken?

Augenstein: Es bestehen keine anderen Gefahren als bei einer Geburt in Schädellage auch. Es kann etwas länger dauern. Bei allen Geburten kann es Situationen geben, wo der Geburtshelfer speziell unterstützen muss. Auf viele solcher Situationen bereiten wir uns durch Trockenübungen vor. Aber in der Regel müssen wir nicht viel helfen. Ruhe und Gelassenheit sind erst einmal wichtig. Denn eine Steißgeburt ist kein Grund in Angst und Panik zu verfallen.

Frage: Warum wird dennoch häufig ein Kaiserschnitt gemacht?

Augenstein: Weil die meisten Ärzte keine Erfahrungen mehr damit haben. Ich hatte noch das Glück von Ärzten zu lernen, die Erfahrungen mit natürlichen Geburten bei Steißlage hatten. Seit den 70ern ist ein Kaiserschnitt möglich. Damals entwickelte sich die ursprüngliche Hebammengeburtshilfe mehr zu einer ärztlichen Geburtsmedizin. Frühuntersuchungen direkt nach der Geburt ließen zunächst glauben, dass die Kinder unter einer Steißgeburt leiden könnten, oder Schäden nehmen. Die Kinder in Steißlage hatten zum Beispiel öfter kurz nach der Geburt einen bläulicheren Kopf. Heute wissen wir, dass die Färbung nicht gefährlich ist.

Frage: Was spricht für eine natürliche Geburt?

Augenstein: Man erspart der Mutter eine Bauch-OP. Ein Kaiserschnitt birgt deutlich höhere Risiken und schränkt die Mutter mehr ein als eine natürliche Geburt. Der Berufsverband fordert auch eine Rückkehr zur natürlichen Geburt. Wir im Evangelischen Krankenhaus bieten allen Schwangeren diese Möglichkeit. Die Frauen kommen aus der ganzen Region, sogar aus Bremen extra dafür hierher.

Freya Adameck Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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