Varel Immer mehr Geburten, immer weniger Hebammen: Diesem Problem begegnete der Landkreis Friesland vor einem Jahr mit der Gründung der Hebammenzentrale in Varel. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen Schwangere endlose, zum Teil veraltete Adresslisten auf der Suche nach einer Geburtshelferin mit freien Terminen abtelefonieren mussten. Ihnen steht nun Fenna Wardenburg als zentrale Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Kontakt zur Hebammenzentrale

Telefonisch oder per Mail kann Kontakt zur Hebammenzentrale aufgenommen werden. Fenna Wardenburg und ihre Kollegin Alexandra Hartwig sind montags, donnerstags und freitags jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr sowie dienstags und mittwochs von 13 bis 16 Uhr unter Telefon 04451/9202580 oder per E-Mail an info@hebammenzentrale-friesland.de erreichbar.

Zudem sind in allen gynäkologischen Praxen des Landkreises Informations-Blätter erhältlich.

Mehr Infos unter www.hebammenzentrale-friesland.de

Die Kontaktstelle für Schwangere, Eltern und Hebammen konnte die Situation spürbar entspannen. Die Hebammenzentrale unterstützt Schwangere und Mütter nicht nur bei Problemschwangerschaften, sondern auch bei der Suche nach einer passenden Hebamme und hilft, freie Plätze für Geburts- sowie Rückbildungskurse zu finden. Sie hat sich als die erste Anlaufstelle für schwangere Frauen etabliert, die eine Hebamme für die häusliche Betreuung oder eine Beleghebamme suchen.

„Gestartet sind wir mit 28 gelisteten Hebammen, die im Landkreis Friesland tätig sind. Daraus sind 34 geworden, und zwei weitere Kolleginnen haben Interesse, sich unserem Netzwerk anzuschließen“, sagt Fenna Wardenburg. Sie koordiniert die kostenlose Vermittlung freier Kapazitäten. Über 380 Anfragen bearbeitete sie in den vergangenen zwölf Monaten. Eine Beratung bietet sie nicht an.

Fenna Wardenburg empfiehlt jeder Schwangeren, sich zu melden, sobald sie von ihrer Schwangerschaft weiß. Wer erst im dritten Monat anfange, eine Hebamme zu suchen, komme oft schon zu spät: „In Varel sind wir schon für dieses Jahr ausgebucht. Nur Hebammen in Jever, Sande, Schortens und Wilhelmshaven haben noch vereinzelt Termine im September bis Dezember frei.“

Auch die Hebammen in Friesland profitieren von der Zentrale, meint Christina Harms-Janßen. „Da unsere im Landkreis tätigen Kolleginnen uns ihre freien Zeiten melden, können wir die Anfragen gleichmäßig verteilen und so für Entlastung sorgen“, sagt die kreisdelegierte Hebamme des Region Friesland/Wilhelmshaven.

Früher sei es durchaus üblich gewesen, dass sich Frauen bei verschieden Hebammen gleichzeitig anmeldeten. Jetzt werde versucht, eine Bezugsperson wohnortnah zu finden. „Darüber hinaus haben wir ein großes Netzwerk aufgebaut und können vor allem Berufsanfängerinnen den Einstieg erleichtern. Deshalb freuen wir uns, wenn sich uns noch mehr Kolleginnen anschließen würden“, wirbt Harms-Janßen. Zusammen mit Fenna Wardenburg hofft sie, dass das vom Landkreis finanzierte Projekt auch nach 2021 weitergeführt werde.

„Mit der Hebammenzentrale unterstützen wir nachhaltig“, sagt Landrat Sven Ambrosy und betont, dass dieses Angebot den Bürgern Sicherheit in einer wichtigen Lebensphase gebe: „Das ist gerade für unseren ländlichen Lebensraum wichtig.“

Den Service nutzen auch immer mehr werdende Väter. Sie rufen in der Zentrale an, weil deren Frauen die eigene Suche aufgegeben haben. „Die Männer sind pragmatischer. Sie wollen nur ein Telefonat führen und sicher zum Ziel kommen“, sagt Fenna Wardenburg.

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