Mit ihren 350 Betten und 90 ambulanten Plätzen zählt die Oldenburger Einrichtung zum größten Rehazentrum in der Region. „Dann kam der Besuchsverboterlass vom 16. März, später dann ein weiterer Erlass des Landes Niedersachsen, dass wir quasi als Ersatzkrankenhaus mit 200 Betten zur Verfügung stehen sollten. Das war unser Start in die Corona-Zeit“, erinnert sich Geschäftsführerin Karin Vogel an die letzten Wochen, in denen auch die idyllisch gelegene Einrichtung zahlreiche bewährte Strukturen auf den Kopf stellen musste.

Ein starkes Team

Viele therapeutische Anwendungen konnten von heute auf morgen nicht mehr stattfinden, dafür mussten sowohl die Ausstattung als auch die Mitarbeiter auf den aktuellen Stand vorbereitet werden. „Die Beschaffung von Geräten und Materialien war eine logistische Höchstleistung.“ Mitarbeiter, die meisten von ihnen Therapeuten, nahmen mit großem Engagement auch fachfremde Tätigkeiten auf, um den Patienten bestmöglichen Schutz und Pflege zukommen zu lassen. „Sie wurden sehr gut eingearbeitet, so dass Patienten mit leichtem Pflegebedarf bei ihnen in den allerbesten Händen sind“, so Karin Vogel, die sich sehr über die Einsatzbereitschaft freut.

Mit Sicherheit durch die Reha

Auch zurzeit finden weiterhin Reha-Angebote statt, allerdings nur stationär. „Die Anschlussheilbehandlung beginnt zurzeit aber nur, wenn der Patient direkt von der Klinik zu uns kommt.“ Um allen größtmögliche Sicherheit zu bieten, werden die hygienischen Empfehlungen des angegliederten Hygieneinstituts des Klinikum Oldenburg eingehalten – von der Desinfizierung über den Mundschutz bis hin zu den empfohlenen Abstandsregeln. In der Sport- und Physiotherapie finden derzeit nur in Kleingruppen statt. „Um all dies zu gewährleisten und immer auf dem aktuellsten Stand zu sein, gibt es eine ,Task Force‘, die sich täglich trifft.“ Auch das Besuchsverbot wird strengstens kontrolliert, um dem Virus keine Chance zu geben. „Natürlich ist das für die Patienten sehr schwer“, sagt Andreas Willenborg, Leitung Pflegemanagement. Daher mussten neue Ideen her, um diese Phase zu überbrücken, beispielsweise mit Tablets, die zum Skypen mit den Angehörigen zur Verfügung gestellt werden sowie kostenloses WLAN. Da sich auch viele geriatrische Patienten im Reha-Zentrum befinden, ist dies für sie ein besonderer Lichtblick. Zusätzlich wurden Einkaufsdienste eingerichtet, der Kioskwagen fährt auf die Stationen und auch das Freizeitangebot wurde ausgeweitet. „Wir bieten jetzt beispielsweise gemeinsames Singen an – selbstverständlich mit dem nötigen Abstand.“

Schrittweise zurück zur Normalität

Allmählich wird sich auch das Reha-Zentrum Oldenburg wieder in Richtung Normalität bewegen, an den notwendigen Konzepten wird gerade gefeilt. „Was ich mir für die Zukunft sehr wünsche, ist die stärkere Wahrnehmung unserer Arbeit“, so Karin Vogel.

Erst vor kurzem wurde übrigens die Kampagne „Reha. Macht’s besser!“ gestartet, um diese als wichtigen Sektor in der Gesundheitsversorgung stärker in den Blick der Bevölkerung zu rücken. „Wir haben es auch jetzt bewiesen: Wir sind leistungsstark und flexibel. Und ich hoffe, dass dies auch ein guter Ausblick für Pflegekräfte ist und dass ihre Leistung entsprechend vergütet wird.“

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