Heidi Hartmann (Bild) ist 1. Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes.
Frage: Ist bei einem Diabetes Typ 1 eine lebenslange Behandlung nötig?

Hartmann: Ja, bei einem Diabetes Typ 1 werden die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, so dass der Körper kein Insulin zur Verfügung stellen kann. Betroffene sind lebenslang auf die Zufuhr von Insulin angewiesen. Neben einer vom Arzt eingestellten Grundbasis braucht man zusätzlich sogenanntes Bolus-Insulin zum Essen. Dessen Menge hängt vor allem von der Zusammensetzung der jeweiligen Mahlzeit ab.

Frage: Wie funktioniert die Insulinzufuhr?

Hartmann: Nach der Blutzuckermessung kann man sich die erforderliche Insulinmenge selbst mit einem Pen injizieren. Eine Pumpenversorgung ist für viele Betroffene eine große Erleichterung, weil die Insulinbasis automatisch durch die Pumpe zugeführt wird und man sich selbst nur um das Bolus-Insulin nach dem Essen kümmern muss. Das Basisinsulin wird durch die Pumpe alle zwei Minuten in den Körper gepumpt.

Frage: Kann man mit einer Insulinpumpe auch Sport treiben?

Hartmann: Ja, man kann die Pumpe beim Sport dran lassen, wenn sie mit einem speziellen Sportgurt fest am Körper installiert ist. Dann sind sogar Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball möglich. Eigentlich kann man fast alles mit der Insulinpumpenversorgung machen. Nur wenn man länger baden möchte, sollte die Pumpe abgenommen werden. Vor allem Kindern kann man das Leben damit deutlich erleichtern. Sie lernen den richtigen Gebrauch häufig sogar schneller als Erwachsene.

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