Oldenburg Dimitra Petridis hat sich Blockaden und Altlasten verschrieben. „Die besitzt jeder Mensch“, weiß die 24-Jährige aus Bad Zwischenahn. Die „Ursachentherapeuthin“ – so lautet der Titel auf der Visitenkarten – kann nicht nur anhand der Fußzehen sehen, wo diese liegen. Mit einer speziellen Therapie könne sie die Verspannungen auch lösen, versichert die junge Frau.

Wie das geht? Durch ihre „Energie“, sagt Dimitra Petridis, die nach der Schule eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau absolviert hat, überzeugt. Nach Ende eines viermonatigen Besuchs an einem Institut habe sie sich Anfang 2018 selbstständig gemacht, erzählt die „Therapeutin“.

Die Zehen-Analyse wird für 15 Euro angeboten; eine Behandlung schlägt nach ihren Worten mit 150 Euro zu Buche. „Ein bis dreimal sollte man sie schon wiederholen.“ Vor allem Frauen („viele 50 und älter“) zählten zu ihren Kundinnen. Die Nachfrage sei gut. Von ihrer Praxis im Ammerland könne sie leben.

„Von innen nach außen“

Genau die gleiche positive Ausstrahlung wie Dimitra Petridis hat Josefin Kejla. Die Frau aus der Nähe von Rostock ist zum ersten Mal bei der Messe „Spiritualität und Gesundheit“ in der Weser-Ems-Halle.

„Geistige Aufrichtung“ nennt die 28-Jährige ihre Kunst, bei der „energetische Staus“ aufgelöst würden. Fotos an ihrem Stand dokumentieren eindrucksvoll, wie unterschiedlich lang die Beine mancher Menschen sind. Oder wie stark die Schulterhöhen voneinander abweichen; nach Überzeugung der „Heilerin“, wie sie sich nennt, Folgen von Stress, Beziehungskonflikten und allen Arten negativer Gefühle. Diese „feinstofflichen“ Energien führten im Lauf der Zeit zu körperlichen Symptomen.

Während die Physiotherapie außen ansetze, wirke die „Geistige Aufrichtung“ von innen. Womit sie nichts gegen die klassischen Therapien sagen möchte. „Alle haben ihre Berechtigung.“ Sie spreche mit ihrem Verfahren Menschen an, die „offen sind für alternative, sensiblere Heilverfahren“, so Josefin Kejla, die nach einer Ausbildung zur Tourismuskauffrau über eine „Heilerschule“ den Weg zu ihrer „Berufung“ fand.

Regina Bauer aus Oldenburg hat sich schon vor Jahrzehnten der Farb-Beratung verschrieben. An ihrem Stand sind Dutzende Gläser mit verschiedenfarbigen Essenzen aufgebaut; selbst ein Regenbogen könnte die Vielfalt kaum übertreffen.

Für jeden Menschen gibt es eine passende Farbe, besagt die Lehre der englischen Pharmazeutin Vicky Wall (1918-1991), die dem System zugrunde liegt. Die Farbe, die man wählt, reflektiere eigene Bedürfnisse, ist Regina Bauer überzeugt.

Das Öl-Wasser-Gemisch („mit Kristallenergie“) wird wie Creme auf die Haut aufgetragen. Spöttische oder andere herabsetzende Bemerkungen kann Regina Bauer nicht gut hören. Das Farben-Pflege-System sei ihr „sehr wichtig“, betont die Dame.

Messe seit 20 Jahren

Gewissenhaft, heiter und positiv gestimmt geht es auch an anderen Ständen zu. Messeveranstalterin Sabine Selka ist zufrieden. „Wir kommen schon seit 20 Jahren nach Oldenburg.“ Rege Nachfrage gebe es seit dem ersten Jahr, „in Wellenbewegungen“. Unter den schätzungsweise 700 Besuchern, die am Samstag und Sonntag zur „Bioterra“ kamen, sind Frauen bei weitem in der Mehrzahl; „aber es sind auch verstärkt Männer dabei“, sagt Selka.

Jens Biesterfeldt ist Bezirksleiter der Barmenia. Übernimmt eine Versicherung Rechnungen einer Heilerin? „Was in der Gebührenordnung der Heilpraktiker steht, bezahlen wir“, sagt Biesterfeld, „was nicht, das nicht“. Nach seiner Einschätzung ist sein Haus die einzige Adresse, die das so handhabt.

Gibt es Scharlatane unter den Ausstellern? Messeleiterin Selka verneint. Das erwarte sie nicht, wobei „jeder für sich verantwortlich“ sei. „Natürlich läuft es nicht überall rund. Aber das gilt für Heiler genauso wie für Ärzte.“

Christoph Kiefer
Redaktionsleitung
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