Dr. Christopher Spering (Bild) ist Leiter der Sektion Prävention der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.
Frage: Unterschätzen Senioren das Sturzrisiko beim Pedelecfahren oftmals?
Spering: Ja, wobei man erst einmal unter den verschiedenen Varianten unterscheiden muss. Senioren nutzen meistens Pedelecs, die bis zu 25 Stundenkilometer schnell sein dürfen. Sie fahren damit oft mit einer Geschwindigkeit, die sie mit der eigenen Muskelkraft nicht mehr für längere Zeit erreichen könnten. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit und eine erhöhte Konzentration, die jedoch bei vielen älteren Menschen schnell nachlässt. So kann es zum Sturz kommen. Besonders gefährdet sind Pedelecfahrer in komplexen Situationen.
Frage: Was kann man selbst für die Sicherheit tun?
Spering: Wir empfehlen älteren Menschen, regelmäßig Sport und vor allem Muskeltraining zu betreiben, weil man einen Sturz mit einem gestärkten und elastischen Körper oftmals besser abfangen und verhindern kann. Zudem sollte man die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und sich nicht mehr zutrauen, als man bewältigen kann. Am allerwichtigsten ist aber, dass man auf dem Pedelec stets mit einem geeigneten Helm unterwegs ist. Denn so lässt sich das Risiko für schwere Kopfverletzungen reduzieren.
Frage: Kann ein normales Fahrrad sinnvoller sein?
Spering: Viele ältere Menschen würden ohne die Unterstützung durch einen E-Motor auf das Fahrradfahren verzichten. Schon deshalb ist das Pedelec gerade für Senioren eine sehr sinnvolle Erfindung, da es auch Menschen mit einer weniger starken Muskulatur mehr Mobilität ermöglicht.
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