Neerstedt Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Initiatoren haben allerhand zu tun, viele Vereine und Gruppen beteiligen sich. Der Aufruf für die Typisierungsaktion als Stammzellspender hat ein großes Echo in der Gemeinde Dötlingen und umzu ausgelöst. Das Schicksal der langjährigen Dötlinger Sozialamtsleiterin Elke Brunotte, die an Blutkrebs erkrankt ist und dringend eine Stammzellspende sucht, bewegt die Menschen. Jetzt hoffen die Organisatoren zusammen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf viele Teilnehmer am Sonntag, 18. Dezember, 10 bis 15 Uhr, in der Sporthalle Neerstedt. Auch aus der Nachbarkommune Ganderkesee liegt jetzt ein aktueller Fall vor, bei dem ein Stammzellenspender gesucht wird. Es handelt sich um Kerstin Boinowitz. Hier hat der Ehemann zur Beteiligung an der Aktion in Neerstedt aufgerufen.

Nachfolgend die wichtigsten Fakten zu der Aktion:

Wer kann sich am Sonntag einbringen ?

Jeder.

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich am 18. Dezember, 10 bis 15 Uhr, in der Sporthalle Neerstedt als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen. Ausschlussgründe sind beispielsweise schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Erkrankungen wie Rheuma, fast alle Krebserkrankungen, Hepatitis B, C oder D.

Aber auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 40 Euro entstehen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Aufnahme neuer Stammzellspender nicht.

Wie funktioniert die Registrierung?

Sie geht einfach und schnell vonstatten: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen. Es ist ein kleiner Piks – mehr nicht. Alternativ ist ein Wangenschleimhautabstrich möglich. Damit ist der erste Schritt getan, um einem Menschen das Leben retten zu können, heißt es seitens der DKMS.

Was passiert danach mit der Probe ?

Die Bestimmung der Gewebemerkmale im Labor ist sehr aufwendig und es dauert einige Wochen, bis die Ergebnisse vorliegen. Diese Daten werden in anonymisierter Form im Zentralen Knochenmarkspender-Register in Ulm (ZKRD) gespeichert und stehen weltweit für Patientenanfragen zur Verfügung. Sollten die Gewebemerkmale des potenziellen Spenders tatsächlich mit denen eines Patienten übereinstimmen, werden (nach Rücksprache mit dem Spender) weitergehende Untersuchungsschritte eingeleitet. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Stammzellen zu spenden, beträgt etwa ein Prozent.

Wie groß sind die Chancen auf einen Treffer?

Es kommt sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Nur für rund ein Drittel der Blutkrebs-Patienten kann ein geeigneter Spender innerhalb der eigenen Familie gefunden werden. Kommt aus der Familie niemand in Frage, wird ein Fremdspender gesucht. Derzeit bleibt für jeden siebten Patienten die Suche nach einem passenden Fremdspender erfolglos.

Wer ist die DKMS?

Sie wurde 1991 in Deutschland gegründet. Heute ist die internationale gemeinnützige Organisation auch in den USA, in Polen, Spanien und Großbritannien aktiv. Über 600 Mitarbeiter aus mehr als 20 Nationen setzen sich dafür ein, jedem Blutkrebspatienten eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Derzeit sind über 6,8 Millionen Menschen bei der DKMS als Stammzellspender registriert.

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