Oldenburg Dass die Ernährung eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielt, wird nach jüngsten Studien immer mehr Menschen klar. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellt in seinem aktuellen Ernährungsreport 2020 fest, dass die Verbraucher zunehmend Wert auf Obst und Gemüse legen. Der Konsum vom Fleisch- und Wurstwaren ist dagegen rückläufig. Für 90 Prozent der befragten Studienteilnehmer muss das Essen gesund sein. Neben dem Geschmack hat die Vielfalt auf dem Teller einen hohen Stellenwert.

Der tägliche Speiseplan ist ein wichtiger Teil des Lebensstils, der wiederum eine große Bedeutung für die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems hat, erklärt Dr. Elke Strangmann, Leiterin der Abteilung für Ernährungstherapie im Reha-Zentrum Oldenburg: „Wer sich maßvoll und ausgewogen ernährt sowie regelmäßig körperliche Bewegung in seinen Tag einbaut, kann das Risiko etwa für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall deutlich verringern.“ Dagegen ist die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Herz-/Kreislauferkrankung bei Menschen mit starkem Übergewicht bzw. Adipositas sehr viel höher als bei Normalgewichtigen mit einer guten körperlichen Konstitution.

Fernsehabend statt Sport

Zu den Risiko-Patienten zählen insbesondere Frauen und Männer mit einem Body-Mass-Index über 30. Zu viele Pfunde sind zusammen mit Bewegungsmangel vor allem deshalb ein Problem für die Herzgesundheit, weil das auch als Lebensmotor bezeichnete Organ dann zu wenig trainiert wird. Übergewichtige Menschen geraten oft in einen Teufelskreis, weil körperliche Anstrengungen als unangenehm und belastend empfunden werden. „Für viele Betroffene ist ein Fernsehabend auf dem Sofa attraktiver als ein Spaziergang oder Sport, bei dem der Kreislauf im wahrsten Sinne des Wortes in Gang kommt“, betont Dr. Daniela Heidkamp, Oberärztin der Kardiologie im Reha-Zentrum Oldenburg: „Das Herz-/Kreislaufsystem wird dann immer weniger beansprucht.“

Als Folge kann sich auf Dauer eine verstärkte Neigung zu Ablagerungen in den Arterien und Gefäßen entwickeln. Bei vielen Betroffenen stellen sich früher oder später erworbene Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck oder ein Diabetes mellitus ein, die häufig ein wesentlicher Grund für lebensbedrohliche Akut-Vorfälle wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall sind.

Ärztliche Kontrolle

In der Kardiologie des Reha-Zentrums Oldenburg haben viele Patienten erhebliche Übergewicht-Probleme, berichtet Dr. Daniela Heidkamp: „Für die Wiederherstellung der Herzgesundheit ist nach einer erfolgreichen Akut-Behandlung entscheidend, dass die Patienten unter ärztlicher und therapeutischer Kontrolle ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern.“

In der kardiologischen Reha gehören daher die individuelle Ernährungstherapie sowie die Bewegungstherapie mit Ausdauer-, Kraft und Koordinationstraining zu den entscheidenden Behandlungselementen. Ohne die Bereitschaft zu einem gesünderen Lebensstil müsse man damit rechnen, dass es nach einem Akut-Vorfall erneut zu großen Problemen mit dem Herz-/Kreislaufsystem kommt.

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.