Im Nordwesten Dass ein Sturz mit einem Knochenbruch endet, ist für sich genommen nichts Ungewöhnliches. Doch in bestimmten Fällen sollte eine Fraktur als Warnsignal registriert und behandelt werden: Bei Frauen über 50 und Männern über 60 Jahren sollte immer überprüft werden, ob der Knochenbruch Folge einer Osteoporose ist. Was Betroffene über Osteoporose wissen sollten, dazu informierten Expertinnen und Experten am Lesertelefon. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Risiko und Vorbeugung

Eine Osteoporose macht sich zunächst nicht durch eindeutige Symptome bemerkbar, sie verursacht oft über Jahre keinerlei Beschwerden. Frühzeitig, also vor dem ersten Knochenbruch, lässt sich eine Osteoporose nur anhand einer Knochendichtemessung sicher erkennen. Genau deshalb ist eine hohe Aufmerksamkeit notwendig, wenn eine der genannten Risikokonstellationen auf Sie zutrifft. Wie kann ich vorbeugen?Dr. Christiane Karrenberg: : Unser Leben ist gekennzeichnet von Mobilität und Bewegung. Genau das ist auch für einen gesunden Knochen extrem wichtig. Wir können unsere Knochen stärken, indem wir durch Training für Muskelkraft sorgen und uns gleichzeitig gesund und ausgewogen ernähren. Dazu gehört auch die Zufuhr von ausreichend Kalzium (1000 mg pro Tag) und Vitamin D3 (1000 Einheiten pro Tag). Die Therapie Was, wenn die Osteoporose rechtzeitig entdeckt wird? Friederike Thomasius:: Es gibt eine Reihe medikamentöser Therapien, die verhindern, dass der Knochen weiter abgebaut wird. Welche Wirkstoffe im Einzelfall zum Einsatz kommen, legt der behandelnde Arzt in enger Abstimmung mit dem Patienten fest. Diese Medikamente sollen mit einer Kalziumzufuhr von circa 1000 mg pro Tag, idealerweise durch die Ernährung, sowie einer täglichen Zufuhr von 800-1000 Einheiten Vitamin D3 und einem Muskeltraining kombiniert werden.

Frage: Und was, wenn es bereits zu einer Knochenschwundfraktur gekommen ist? Dr. Friederike Thomasius: In diesem Fall stellt sich die Frage, ob eine erhaltende Therapie ausreicht. Gerade bei mehreren Knochenbrüchen fehlt dem Knochen häufig Substanz – sprich: Masse. In einem solchen Fall muss zum einen die Osteoporose genau abgeklärt werden, zum anderen kann eine Therapie in Betracht gezogen werden, die verlorene Knochensubstanz aufbauen kann. Dazu stehen derzeit zwei Wirkstoffe zur Verfügung. Lässt sich Knochensubstanz vollständig wieder aufbauen? Dr. Christiane Karrenberg: Bisher ist es nicht möglich, einmal verlorene Knochensubstanz vollständig wieder aufzubauen und den ursprünglichen Gipfel der Knochenmasse, der um das 30. Lebensjahr besteht, wiederherzustellen. Studien belegen eine höhere Knochendichte bei Menschen, die regelmäßig trainieren. Daneben gibt es für Osteoporosepatienten Medikamente, die den Abbau der Knochensubstanz hemmen und solche, die den Aufbau der Knochensubstanz fördern. Letztere sind Patienten mit einer manifesten Osteoporose vorbehalten, also wenn es zu osteoporotischen Brüchen gekommen ist.

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.