Im Alltag vorbeugen

Bild: Foto und Bilderwerk
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Hilke Schauland (Bild) ist 2. Vorsitzende des Hebammenverbands Niedersachsen.
Frage: Warum sind Frauen häufiger von einer Stuhlinkontinenz betroffen?
Schauland: Grundsätzlich können die Ursachen einer Stuhlinkontinenz wie Muskelschwäche im Alter oder chronische Krankheiten Männer und Frauen betreffen. Jedoch ist der weibliche Beckenboden bei einer Geburt sehr stark gefordert. In seltenen Fällen kommt es dabei auch zu einer Verletzung des Schließmuskels.
Frage: Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Schauland: Die Hebamme kontrolliert bei der Wöchnerin die Wundheilung und leitet sie zur Beckenbodengymnastik an. Bei Abweichungen vom normalen Heilungsprozess überweist sie die Frau an einen Arzt, dem die Diagnosestellung obliegt. Die mit einer Stuhlinkontinenz verbundene Belastung und Scham kann man mit einer gezielten Therapie begegnen, zu der vor allem Physiotherapie und eine Ernährungsumstellung gehören.
Frage: Welche Rolle spielen häufige Schwangerschaften?
Schauland: Eine Schwangerschaft bedeutet für den Beckenboden, dass er zusätzliches Gewicht tragen muss. Je mehr Kinder eine Frau gebärt, umso mehr ist ihr Beckenboden gefordert, wodurch sich das Risiko für eine Stuhlinkontinenz erhöht. Hier wirkt sich positiv aus, dass die Frauen heute schon am Tag nach der Geburt mit Beckenbodenübungen beginnen. Damit wird dem Risiko einer Stuhlinkontinenz entgegengewirkt. Generell gilt, dass das Bewusstsein um die Bedeutung des Beckenbodens hilfreich ist. Beckenbodentraining sowie richtiges Tragen und Heben sind vorbeugende Alltagsmaßnahmen.
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